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CASSINI Bei ihrem jüngsten Vorüberflug am Saturnmond Enceladus ist es der Sonde Cassini gelungen, jene Regionen in der Nähe des Mondsüdpols im Detail zu beobachten, aus denen die ominösen Geysire kommen. Die Wissenschaftler erhoffen sich aus den Daten neue Erkenntnisse über die Geologie des Mondes und darüber, ob es irgendwo lebensfreundliche Bedingungen geben könnte.
Die neuen Aufnahmen zeigen die sogenannten "Tigerstreifen" in der Südpolarregion des Saturnmondes in eindrucksvollen Details. Frühere Vorüberflüge hatten ergeben, dass die Geysire aus dieser Region des Mondes stammen müssen (astronews.com berichtete). Bei den Streifen, so ergab eine erste Auswertung der Bilder, handelt es sich um etwa 300 Meter tiefe Gräben, die V-förmige innere Wände haben. In den oberen Bereichen der Gräben scheint sich feines Material niedergeschlagen zu haben, die Gräben selbst sind von zahlreichen Eisblöcken umgeben, deren Durchmesser bei zehn Metern oder mehr liegt. "Das ist die Hauptader für uns", ist sich Carolyn Porco, Leiterin des Cassini Imaging Teams am Space Science Institute in Boulder sicher. "Ein Platz, an dem sich letztendlich entscheiden wird, was für eine Art von Umweltbedingungen - lebensfreundlich oder nicht - wir auf diesem Mond haben." Wichtigstes Ziel der Aufnahmen war die genaue Identifizierung der Stellen, an denen die Geysire, die Eispartikel, Wasserdampf und Spuren organischer Substanzen ins All schleudern, aus dem Boden des Mondes kommen. Die Wissenschaftler analysieren derzeit die Fotos und Daten anderer Instrumente und hoffen dadurch bald die Frage beantworten zu können, ob flüssiges Wasser unter der eisigen Oberfläche des Mondes existiert. Die neuen Daten wurden bei einem Vorüberflug am vergangenen Montag gewonnen. Cassini raste dabei mit einer Geschwindigkeit von 64.000 Kilometern pro Stunde an dem Saturnmond vorüber, weswegen das für die Kameras verantwortliche Team eine spezielle Technik entwickeln musste, um trotz der hohen Geschwindigkeit noch scharfe Aufnahmen machen zu können. "Entscheidend war, dass wir wissen wussten, auf welche Stelle wir wann die Kamera ausrichten mussten", erklärt Paul Helfenstein von der Cornell University, der auch zum Imaging Team von Cassini gehört und das Verfahren für die Aufnahmen während des Vorüberflugs entwickelt hat. "Die Aufgabe ist vergleichbar mit dem Versuch, eine scharfe Aufnahme einer entfernten Werbetafel an einer Straße mit einem Teleobjektiv aus einem schnell fahrenden Auto zu machen." Aus der Sicht von Cassini wanderte Enceladus so schnell am Himmel entlang, dass normalerweise kaum eine Chance bestehen würde, irgendwelche Oberflächenmerkmale scharf abzubilden. "Wir haben deswegen die Sonde eine Stelle vor Enceladus anvisieren lassen, sie dann mit der Kamera so schnell wie möglich in Richtung der Bahn des Mondes gedreht und Aufnahmen gemacht in dem Zeitraum gemacht als die Bewegung des Mondes mit der der Sonde übereinstimmte." Auf diese Weise entstanden sieben Detailsaufnahmen der Tigerstreifen-Region und einige Übersichtsbilder, die für die Wissenschaftler fast ebenso wichtig sind, um herauszufinden, was genau für die Aktivität des Mondes verantwortlich ist. "Es sieht so als, als hätte es intensive Niederschläge von Eispartikeln entlang der Gräben gegeben - auch in Bereichen, die zwischen zwei Geysiren liegen," so Porco. Die Forscher vermuten, dass warmer Dampf aus dem Untergrund durch enge Kanäle nach oben steigt, als Eispartikel kondensiert und dabei die Kanäle verschließt. Neue Geysire können dann an anderer Stelle entstehen. "Zum ersten Mal beginnen wir zu verstehen, wie sich frische Ablagerungen von älteren unterscheiden", so Helfenstein. "Auf geologischen Zeitskalen sind die Eruptionen deutlich die Teigerstreifen entlanggewandert." |
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http://www.astronews.com/news/artikel/2008/08/0808-015.shtml
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