Home  |  News  | Forum  |  Links  |  Kalender  | Glossar  | Frag astronews.com  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten
Home  : Nachrichten : Sonnensystem : Artikel [ Druckansicht ]

 
SONNE
Tagebuch einer Sonneneruption
Redaktion / Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft
astronews.com
12. August 2008

Gewaltige Eruptionen der Sonne, bei denen geladene Teilchen mit hoher Geschwindigkeit ins All geschleudert werden, können auf der Erde für erhebliche Schäden sorgen und stellen zudem eine Gefahr für Satelliten und Astronauten im Weltraum dar. Wissenschaftlern gelang es nun erstmals den Verlauf einer solchen Eruption zu rekonstruieren.

Sonne

Instabilitäten des Magnetfeldes auf der Sonnenoberfläche und in der Korona sind für Sonneneruptionen verantwortlich. Bild: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung

Gewaltige Sonneneruptionen schleudern immer wieder riesige Energiemengen in Form von Strahlung und geladenen Teilchen ins All. Auf der Erde können diese Ausbrüche zu Stromausfällen führen oder Satelliten beschädigen. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau haben nun erstmals über mehrere Tage verfolgt, wie sich diese Energie in der Sonnenatmosphäre aufbaut und in einer Eruption entlädt. Die Ergebnisse der Forscher könnten dazu beitragen, in Zukunft heftige Strahlungs- und Teilchenausbrüche vorherzusagen. Die Forscher veröffentlichten Ihre Arbeit jetzt in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics.

Zeitliche und örtliche Schwankungen des Magnetfeldes sind für diese Ausbrüche in der äußersten Atmosphärenschicht der Sonne verantwortlich, der sogenannten Korona. Was sich dort aber genau abspielt, war bisher aber nur teilweise erforscht und aus einfachen Modellen bekannt. Die Max-Planck-Forscher konnten nun erstmals mit einer von ihnen neu entwickelten Methode den Zeitverlauf der Magnetfelder für zwei Ausbrüche mit größerer Genauigkeit rekonstruieren.

Dabei bestätigte sich die Annahme, dass sich ein solches Ereignis schon im Vorfeld ankündigt. Im Fall starker Eruptionen deutet das Magnetfeld schon Tage vorher auf einen Ausbruch hin. "In den Magnetfeldern baut sich die Energie über mehrere Tage hinweg auf und wird in starken elektrischen Strömen gespeichert", erklärt MPS-Wissenschaftler Thomas Wiegelmann. Ein Teil dieser Energie wird bei der Eruption in Bewegungsenergie umgewandelt und freigesetzt. Zurück bleiben ein Magnetfeld geringerer Energie und schwächere elektrische Ströme.

Da Messungen des Magnetfeldes der Korona nur schwer möglich sind, entschieden sich die Forscher bei ihren Untersuchungen für einen Umweg, der auf der Oberfläche der Sonne beginnt. Denn in der Photosphäre, der sichtbaren Oberfläche der Sonne, ist das Magnetfeld den Messungen zugänglich. Solche Daten liefern etwa Messungen mit den bodengebundenen Instrumenten Solar Flare Telescope in Tokio und SOLIS (Synoptic Optical Long-term Investigations of the Sun) in Kitt Peak, Arizona. Mithilfe mathematischer Modelle konnten die Forscher aus diesen Messergebnissen nun die Magnetfelder der Korona berechnen.

"Die heftigste Eruption, die wir untersucht haben, ereignete sich am 20. Januar 2004", erläutert Julia Thalmann vom MPS. Die Rechnungen zeigen, dass dieser Ausbruch innerhalb einer halben Stunde eine Energiemenge freisetzte, die dem Hunderttausendfachen des jährlichen Weltprimärenergieverbrauchs entspricht. Zudem untersuchten die Wissenschaftler einige weniger starke Eruptionen, die 2007 gemessen wurden. Hier zeigte sich ein ähnlicher zeitlicher Verlauf. Die Menge der freigesetzten Energie war hier jedoch um eine Größenordnung kleiner.

Weitere Untersuchungen, die Daten des Weltraumteleskops SDO (Solar Dynamics Observatory) verwenden, sind geplant. Der SDO-Satellit soll 2009 ins All starten und Daten in nie da gewesener zeitlicher und räumlicher Auflösung liefern.

Forum
Tagebuch einer Sonneneruption. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
Sonne: Magnetfeld hat sich umgedreht - 16. Februar 2001
Sonne: Magnetfeld mit Erinnerung - 3. Februar 2000
Links im WWW
Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung
In sozialen Netzwerken empfehlen
Suche | Kontakt | Hilfe
Nachrichten
Forschung
Netzwerk Teilchenwelt: Jugendliche erforschen kosmische Strahlung

Pulsare: Was schnell rotierende Pulsare bremst

GJ 667Cc: Super-Erde möglicherweise lebensfreundlich

Raumfahrt
ISS: Diffusionsexperimente im All

Weltraumschrott: Raketenteile erstmals mit Laser angepeilt

Vega: Neue Trägerrakete vor Jungfernflug

Sonnensystem
Venus Express: Die Venus rotiert langsamer

Mars Express: Neue Hinweise auf urzeitlichen Ozean

NEOShield: Masterplan gegen die Asteroidengefahr

Teleskope
Zwerggalaxien: Eine Zwerggalaxie frisst die andere

Milchstraße: Verschlingt das Schwarze Loch Asteroiden?

VLT: Detailliertester Infrarotblick auf den Carinanebel

Amateurastronomie
Der Sternenhimmel im Februar 2012: Sternhaufen, Planeten und ein imposanter Nebel

Sternschnuppen: Quadrantiden vor dem Maximum

Mond: Mondfinsternis am Wochenende

Google+ facebook twitter [?]
Flattr this [?]
 
Werbung
an.c Home | Nachrichten | Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Forum | Frag astronews.com | Sternenhimmel | Startrampe | TV-Guide | Veranstaltungen | Bild des Tages
Suche | AstroLinks | AstroGlossar | Über uns | Newsletter & RSS-Feeds | Werbung

Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2012. Alle Rechte vorbehalten. 
[ Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung ]
W3C
Werbung
Werbung
Werbung