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JASON-2
Erste Karte der Meeresoberfläche erstellt
Redaktion / Pressemitteilung von EUMETSAT
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5. August 2008

Weniger als einen Monat nach dem Start des Jason-2 Meeresbeobachtungs-Satelliten hat man die gewonnenen Daten erstmals zur Erstellung kompletter Karten der Meeresoberflächen-Topographie genutzt. Die Karten wurden anhand der Daten berechnet, die Jason-2 in den ersten zehn Tagen nach seiner Ankunft auf der operationellen Orbitposition am 4. Juli aufgezeichnet hatte.

Meeresoberflächen-Karte

Die erste komplette Karte der Meeresoberflächen-Topographie erstellt aus Daten des Jason-2-Satelliten. Bild: EUMETSAT [Gesamtansicht]

Mit Erreichen seiner endgültigen Erdumlaufbahn in 1.336 Kilometer Höhe über der Erde bei einer Neigung von 66° reihte Jason-2 sich mit einem Abstand von etwa 55 Sekunden hinter seinen experimentellen Vorgänger Jason-1 ein, mit dem er seither in Formation fliegt. So werden nahezu gleichzeitig Messungen vorgenommen, anhand derer die Wissenschaftler die präzise Einstellung der Instrumente an Bord von Jason-2 vornehmen können. Der Vergleich zwischen den Daten beider Satelliten ergab eine sehr gute Übereinstimmung aller gemessenen Parameter.

Nur 48 Stunden nach dem Start des Satelliten an Bord einer Trägerrakete Delta II vom Stützpunkt der US-Luftwaffe im kalifornischen Vandenberg am 20. Juni (astronews.com berichtete) lieferte Jason-2 die ersten Daten über Wellenformen. Das französische Raumfahrtforschungszentrum Centre National d'Etudes Spatiales (CNES) erstellte daraufhin einen ersten geophysikalischen  Test-Datensatz. Im Anschluss an die ersten vorläufigen Orbit-Berechnungen des Höhen- und Bahnbestimmungssystems DORIS (Doppler Orbitography and Radiopositionning Integrated by Satellite) erstellte CNES dann eine Woche nach dem Start einen ersten nutzbaren geophysikalischen Datensatz.

Im Rahmen des Programms zur Beobachtung der Topographie der Meeresoberflächen wird Jason-2 maßgeblich zur Überwachung des Klimawandels und zur Beobachtung von Meereszirkulation und Wetter beitragen. Nach Einstellung der Instrumente durch die jeweiligen Partner wird der Satellit die große EUMETSAT-Nutzergemeinschaft über die bewährten Kommunikationswege der europäischen Wettersatellitenorganisation mit ozeanographischen Daten versorgen. Das wichtigste Instrument an Bord von Jason-2 ist das Zwei-Frequenz-Altimeter Poseidon 3, ein Höhenmessgerät.

Jason-2 sichert die dringend erforderliche Datenkontinuität, die unabdingbar ist für die Messungen der Änderung der Höhe des Meeresspiegels, einem der Hauptindikatoren für den Klimawandel. Gleichermaßen wichtig ist Jason-2 für die Meteorologie und Ozeanographie hinsichtlich der Erstellung von Langzeit- und Jahreszeitenvorhersagen.

Darüber hinaus wird mit Jason-2 die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa fortgeführt. Es ist ein Programm von weltweiter Bedeutung, bei dem die Aufgaben in den Bereichen Entwicklung und Satellitenstart zwischen CNES und der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA aufgeteilt sind. CNES und die US-amerikanische Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) sind für den Betrieb des Satelliten zuständig, während die Leitung der Mission im Auftrag der NASA in der Verantwortung des Jet Propulsion Laboratory (JPL) liegt.

Je nach Art der gewünschten Datenprodukte erfolgt die Verarbeitung der Daten durch CNES, EUMETSAT oder NOAA, wobei EUMETSAT als Schnittstelle für die Verteilung der Produkte in nahezu Echtzeit an die Nutzer in Europa fungiert. Nach erfolgreicher Einstellung der operationellen Version des Jason-2-Echtzeit-Prozessors konnte EUMETSAT die ersten Altimetrieprodukte erzeugen.

EUMETSAT ist für die Verarbeitung der in der Bodenstation Usingen eingehenden Jason-2-Rohdaten zuständig. Sieben mal am Tag, wenn Jason-2 Usingen überfliegt, generiert der Prozessor automatisch die Datensätze, die für Kalibrierungs- und Validierungszwecke genutzt werden. Die Kalibrierung und Validierung der Daten ist für deren zukünftige Nutzung für wissenschaftliche Zwecke unabdingbar. Auch die NOAA wird die Rohdaten von Jason-2 an ihren Bodenstationen in Wallops und Fairbanks empfangen und wird aus ihnen gleichartige Datensätze erstellen.

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