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EXTRASOLARE PLANETEN
Das Besondere an COROT-exo-4b
von Stefan Deiters
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28. Juli 2008

Der jüngste Planetenfund der europäischen Sonde CoRot scheint ungewöhnlicher zu sein als zunächst gedacht. Jüngste Beobachtungsdaten deuten nämlich darauf hin, dass der Stern, den der Planet COROT-exo-4b umrundet, sich mit der gleichen Geschwindigkeit um die eigene Achse dreht, mit der er auch von dem Planeten umrundet wird. Jetzt rätseln die Astronomen warum.

CoRot
 
Der von CoRot entdeckte Planet COROT-exo-4b scheint etwas Besonders zu sein. Bild: CNES / D. Ducros

Nach etwa mehr als 550 Tagen im Orbit kann die europäische Sonde CoRot schon einige Erfolge aufweisen. Die Sonde hat in dieser Zeit nicht nur mehr als 50.000 Sterne gründlich beobachtet, sondern auch vier extrasolare Planeten mit Hilfe der Transitmethode entdeckt. Der jüngste Fund, COROT-exo-4b, scheint dabei etwas Besonderes zu sein.

Der Exoplanet hat in etwa die Größe des Gasriesen Jupiter und umrundet einen sonnenähnlichen Stern in 9,2 Tagen. Das ist die längste Umlaufdauer unter allen bislang entdeckten Transitplaneten. Doch damit nicht genug: Ein Astronomenteam hat nun entdeckt, dass sich der Zentralstern von COROT-exo-4b mit einer der Orbitperiode des Planeten entsprechenden Geschwindigkeit um die eigene Achse dreht.

Für das Team ist dies eine Überraschung, da die Forscher nicht davon ausgegangen waren, dass der Planet massereich genug ist und sich ausreichend dicht an seinem Zentralstern befindet, um dessen Eigendrehung beeinflussen zu können.

Die Forscher waren auf diese Besonderheit durch monatelange Folgebeobachtungen von COROT-exo-4b aufmerksam geworden. Dabei haben die Forscher die Helligkeit des Sterns zwischen zwei Transits des Planeten untersucht. Die Rotationsgeschwindigkeit bestimmten sie aus Flecken auf der Oberfläche des Sterns, die während einer Eigendrehung ins Blickfeld kamen und wieder verschwanden.

Unklar ist, ob der Stern und sein Planet schon seit ihrer Entstehung vor etwa einer Milliarde Jahren quasi im Gleichschritt rotieren und ob sich die Eigendrehung des Sterns erst später der Umlaufgeschwindigkeit des Planeten anpasste. Das System ist für die Astronomen aber äußerst interessant, um mehr darüber zu erfahren, wie Sterne und Planeten sich beeinflussen können.

Die Wissenschaftler glauben, dass aufgrund der bemerkenswerten Eigenschaften des Systems, sowohl Entstehung als auch Entwicklung von COROT-exo-4b und seiner Sonne außergewöhnlich gewesen sein müssen. Die Ergebnisse wurden in der vergangenen Woche auf einer Tagung im schottischen St. Andrews präsentiert.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2008/07/0807-040.shtml

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