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Schon seit vielen Monaten zeigt unsere Sonne außerordentlich wenig Aktivität. Diese Ruhephase sei überraschend lang, meinten Wissenschaftler im vergangenen Monat und nährten damit Spekulationen über mögliche Folgen, wie etwa eine kleine Eiszeit. Jetzt gibt ein Sonnenphysiker der NASA Entwarnung: Die Sonne verhält sich nicht anders als sonst auch in einem Minimum.
Auch astronews.com hatte im vergangenen Monat über eine ungewöhnlich lange Ruhephase der Sonne berichtet. Grundlage des Berichts war unter anderem eine Pressemitteilung einer Konferenz von Sonnenphysikern, in der sich die anwesenden Forscher überrascht über die lange Zeit der Inaktivität unseres Zentralgestirns zeigten. Zu unrecht, glaubt David Hathaway, Sonnenphysiker bei der NASA: "Es gab Berichte, dass das solare Minimum länger dauert als es eigentlich sollte. Das ist aber nicht wahr. Die Zahl der Sonnenflecken befindet sich in guter Übereinstimmung mit historischen Aufzeichnungen für den solaren Zyklus." Unsere Sonne befindet sich zur Zeit am inaktivsten Punkt ihres etwa elfjährigen Aktivitätszyklus, also im solaren Minimum, das zwei Phasen von heftiger solarer Aktivität voneinander trennt. Während sich bei solaren Maxima zahlreiche Sonnenflecken auf unserem Zentralgestirn beobachten lassen und es zu heftigen Eruptionen kommen kann, ist die Sonne im Minimum vergleichsweise ruhig. Zudem finden sich auf ihr kaum Sonnenflecken. Was manche Wissenschaftler nun beunruhigte ist die Länge des aktuellen solaren Minimums, dass nun schon über zwei Jahre dauert. "Es sieht zwar so aus, also würde es sehr lange dauern", meint Hathaway, "aber ich glaube, wir vergessen dabei, wie lange solare Minima dauern können." So gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts Minima, die fast doppelt so lang dauerten wie das aktuelle Minimum. Hathaway hat für seine Analyse Sonnenfleckenzählungen seit 1749 ausgewertet. Daraus ergibt sich folgende Statistik: "Der solare Zyklus dauert im Schnitt 131 Monate mit einer Standardabweichung von 14 Monaten. Unser aktueller Sonnenzyklus dauerte inzwischen 142 Monate, liegt also noch komfortabel im Bereich der ersten Standardabweichung und ist damit alles andere als ungewöhnlich." Kurz zusammengefasst würde dies bedeuten: "Das aktuelle Minimum ist weder unnormal noch ungewöhnlich lang." Die längste Phase ohne Sonnenflecken war das Maunder Minimum, das von 1645 bis 1715 dauerte. Damals schien der Sonnenzyklus komplett zusammengebrochen zu sein. Zur gleichen Zeit gab es auch eine Phase mit äußerst kalten Wintern. Manche Forscher glauben, dass die geringe Sonnenaktivität zusammen mit Änderungen in den Strömungen der Ozeane sowie verstärkte Vulkanausbrüche für diese kleine Eiszeit verantwortlich gewesen sein könnten. Niemand weiß bis heute, was die Ursache für das Maunder Minimum war und wodurch der solare Zyklus wieder in Gang kam. So wird stets nach Anzeichen für einen erneuten Zusammenbruch des solaren Zyklus gesucht. Könnte dieser also nun bevorstehen? Nein, glaubt Hathaway. "Wir haben schon die ersten Sonnenflecken des neuen Zyklus beobachtet" (astronews.com berichtete). Und das kann nur eines bedeuten: "Der Zyklus der Sonne setzt sich ganz normal fort."
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