|
|
MARS Der Marslander Phoenix untersucht derzeit Bodenproben vom Mars im mitgebrachten Laboratorium. Weitaus mehr über den Marsboden würde man aber erfahren, wenn man eine Bodenprobe auf der Erde untersuchen könnte. Eine solche Probenrückholmission gilt daher als nächster wichtiger Schritt bei der Erkundung des Mars. Diesen wollen Fachleute nächste Woche in Paris diskutieren.
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und das Centre Nationale d'Etudes Spatiales (CNES) veranstalten am 9. und 10. Juli in Zusammenarbeit mit der NASA und der Internationalen Arbeitsgruppe zur Erforschung des Mars (IMEWG) in Paris eine internationale Konferenz zur Diskussion der nächsten Schritte bei der Erkundung des Mars. Zurzeit werden im Rahmen mehrerer NASA-Missionen (Phoenix, Mars Reconnaissance Orbiter, Mars Exploration Rover und Mars Odyssey) sowie der ESA-Mission Mars Express Daten gesammelt, während gleichzeitig die Vorbereitungen für weitere, noch faszinierendere Missionen, wie das Mars Science Laboratory der NASA oder die Mission ExoMars der ESA, laufen. Die Exploration des Mars schreitet also kontinuierlich voran. Die kommenden Missionen werden wissenschaftliche Nutzlasten und Technologien mit sich führen, die zur Verwirklichung des eigentlichen Ziels -eines bemannten Flugs zum Mars- beitragen werden. Weltweit sind sich die Wissenschaftler bereits seit langem darin einig, dass als nächster Schritt, gleichsam als Quantensprung für unser Wissen über Mars und das Verständnis der dort herrschenden Bedingungen, eine Mission zur Rückführung von Mars-Bodenproben stehen muss. Dabei bauen die Weltraumorganisationen angesichts dieses anspruchsvollen Großvorhabens mehr und mehr auf die internationale Zusammenarbeit. Diese beiden Beweggründe, der unumgängliche nächste große Schritt in der Erkundung des Mars sowie die internationale Zusammenarbeit, haben die IMEWG dazu veranlasst, einen internationalen Ad-hoc-Ausschuss zur Untersuchung einer internationalen Architektur für eine geplante Mission zur Rückführung von Mars-Bodenproben (MSR, für Mars Sample Return) einzusetzen. Nach mehreren Monaten gemeinsamer Überlegungen von Wissenschaftlern und Ingenieuren aus verschiedenen Ländern weltweit ist die so genannte iMARS-Gruppe nun in der Lage, die Ergebnisse ihrer Beratungen und das Konzept einer gemeinsamen Architektur für eine künftige internationale MSR-Mission vorzustellen. Dies geschieht vor Vertretern aus Wissenschaft und Industrie sowie von Raumfahrtagenturen aus aller Welt auf der Internationalen Konferenz über die Rückführung von Mars-Bodenproben, wo auch über den gegenwärtigen Stand und die Perspektiven für die Erforschung des Mars in den kommenden Jahrzehnten diskutiert werden wird. Die zentralen wissenschaftlichen Vorträge der Konferenz halten Steve Squyres von der Cornell University, Hauptexperimentator für den Mars Exploration Rover, sowie Jean-Pierre Bibring vom Institut d'Astrophysique Spatiale, Hauptexperimentator für eines der größeren Forschungsinstrumente auf der ESA-Sonde Mars Express. |
URL des Artikels:
http://www.astronews.com/news/artikel/2008/07/0807-004.shtml
Links zu Artikeln zum Thema auf astronews.com oder zu Seiten von anderen Webangeboten finden Sie - falls verfügbar - in der Online-Version unter der oben angegebenen Adresse.
|
© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2010 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung. |