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SATURNMOND TITAN
Verborgener Ozean auf Titan?
von Rainer Kayser
20. März 2008

Der Saturnmond Titan gehört mit seinen Seen aus Methan, Felsen aus gefrorenem Wasser und Eisvulkanen sicherlich zu den faszinierendsten Orten im Sonnensystem. Jetzt haben neue Radardaten der Saturnsonde Cassini auch Hinweise darauf ergeben, dass sich unter seiner Eiskruste ein riesiger Ozean aus Wasser verbergen könnte. Die Forscher schließen dies aus einer Veränderungen der Rotationsperiode des Mondes.

Titan

Der Saturnmond Titan. Bild: NASA / JPL / Space Science Institute

Titan, der größte Mond des Planeten Saturn, besitzt möglicherweise einen kilometertief unter der Eiskruste verborgenen Ozean aus Wasser. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam aufgrund von Radarbeobachtungen der Titanoberfläche mit der Raumsonde Cassini. Die Wissenschaftler berichten im Fachblatt Science über ihre Messungen. Titan wäre nach den Jupitermonden Europa, Ganymed und Callisto der vierte Mond im Sonnensystem mit einem verborgenen Ozean.

"Die Radarbeobachtungen zeigen, dass sich die Rotationsperiode von Titan im Verlauf mehrerer Jahre geändert hat", schreiben Ralph Lorenz von der amerikanischen Johns Hopkins University und seine Kollegen. "Die Änderungen lassen sich durch einen jahreszeitlichen Austausch von Drehimpuls zwischen Oberfläche und der dichten Atmosphäre Titans erklären - aber nur, wenn die Kruste Titans durch einen inneren Ozean aus Wasser vom Kern des Mondes entkoppelt ist."

Die Planetenforscher waren ursprünglich davon ausgegangen, dass Titan wie der Mond der Erde eine gebundene Rotation besitzt, dem Planeten Saturn also stets die gleiche Seite zuwendet. Die Radarmessungen zeigen jedoch, dass der Saturnmond um 0,36 Grad pro Jahr schneller rotiert.

Bereits 2005 hatten Tetsuya Tokano und Fritz Neubauer von der Universität zu Köln ein Modell für einen jahreszeitlichen Austausch von Drehmoment zwischen Atmosphäre und Kruste von Titan aufgestellt. Allerdings sagt das Modell mit 0,6 Grad pro Jahr eine stärkere Abweichung der Rotation voraus als jetzt von Lorenz und seinem Team beobachtet.

Christophe Sotin vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena und Gabriel Tobie von der Université de Nantes betonen deshalb in einem begleitenden Kommentar in Science, dass es auch andere Erklärungen als einen verborgenen Ozean für die Rotationsänderung geben könnte. Lorenz und seine Kollegen sehen die Gründe für die Differenz jedoch eher in Unzulänglichkeiten des Modells von Tokano und Neubauer.

Weitere Messungen könnten im Verlauf der nächsten zehn Jahre die Entscheidung bringen. Wenn es tatsächlich einen verborgenen Ozean auf Titan gibt, müsste die Rotationsabweichung in dieser Zeit ein Maximum durchlaufen und dann wieder kleiner werden. Bleibt die Abweichung jedoch konstant, so müssen die Forscher nach einer anderen Erklärung suchen.

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