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MESSENGER Der Vorüberflug der NASA-Sonde Messenger am Merkur brachte auch Interessantes über das Magnetfeld des sonnennächsten Planeten ans Licht: Mit Hilfe des Fast Imaging Plasma Spectrometer (FIPS) stellten die Wissenschaftler fest, dass es offenbar stark genug ist, um die Oberfläche des Merkur zum überwiegenden Teil vor den Partikeln des Sonnenwindes zu schützen.
Während des dichten Vorüberflugs der NASA-Sonde Messenger am Merkur am 14. Januar machte auch das Fast Imaging Plasma Spectrometer (FIPS) erste Messungen, mit dessen Hilfe die Forscher das Zusammenspiel zwischen dem Planeten, seiner Umgebung und der Sonne ergründen wollen. Von besonderem Interesse ist hier der Sonnenwind, ein Strom von geladenen Partikeln, dem alle Planeten ausgesetzt sind. Die Erde wird vor diesem Sonnenwind durch ihr Magnetfeld geschützt. Auch Merkur verfügt über ein Magnetfeld, das allerdings deutlich schwächer ist. Zudem liegt der Planet erheblich dichter an der Sonne. Trotzdem scheint das Magnetfeld auszureichen, um den größten Teil der Oberfläche zu schützen. "Von unseren Messungen können wir sagen, dass der Merkur in der Lage ist, einem beträchtlichen Teil des Sonnenwindes abzuwehren und auch die Oberfläche vor den Partikeln zu schützen - zumindest an einigen Stellen", so Thomas Zurbuchen von der University of Michigan, der für FIPS verantwortlich ist. "Obwohl das Magnetfeld schwach war, war es doch stark genug." Für den überraschend guten Schutz des Merkur vor dem Sonnenwind spricht eine von dem Instrument entdeckte Schicht aus langsamerem Plasma rund um den Planeten. Es sei allerdings möglich, dass der Schutzschild Löcher aufweist. So entdeckten die Forscher auch Ionen, die eventuell entstanden sein könnten, als der Sonnenwind die Oberfläche an den Polen getroffen hat. Sie könnten aber genauso gut auch aus der dünnen Atmosphäre des Planeten stammen, da ihre Zusammensetzung noch nicht geklärt ist. "Die Magnetosphäre des Merkur ist der der Erde viel ähnlicher als wir gedacht haben", urteilt Zurbuchen. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied: Der Merkur verfügt offenbar nicht über ein Äquivalent zum Van-Allen-Gürtel auf der Erde, eine Region, in der viele Partikel des Sonnenwindes durch das Erdmagnetfeld gefangen sind. "Wir sind durch die Region geflogen, in der dieser Gürtel beim Merkur sein müsste, er war aber nicht da", so Zurbuchen. "Es könnte sein, dass er immer wieder verschwindet, sicher ist aber, er war nicht da als wir da waren." Merkur und die Erde sind die beiden einzigen terrestrischen Planeten, die über ein globales Magnetfeld verfügen. Messenger wird noch zwei Mal am Merkur vorüber fliegen, bevor die Sonde 2011 in einen Orbit um den sonnennächsten Planeten einschwenkt. |
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