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MARS EXPRESS
Blick auf einen Krater im Krater
Redaktion / DLR-Pressemitteilung
astronews.com
25. Januar 2008

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt veröffentlichte heute neue Aufnahmen der leistungsfähigen Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Sonde Mars Express. Sie zeigen den nördlichen Teil des Kraters Terby. Hier sind zahlreiche Tafelberge, mögliche Spuren von Wasser und ein kleinerer Krater zu sehen.

Krater Terby

Draufsicht auf den Nordteil von Krater Terby. Bild: ESA / DLR / FU Berlin (G. Neukum) [Großansicht]

Am nördlichen Rand des großen Hellas-Einschlagbeckens auf der Südhalbkugel des Mars befindet sich der 170 Kilometer große Krater Terby. In dessen nördlichem Teil sind zahlreiche geschichtete Tafelberge zu sehen, die mit der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen hochauflösenden Stereokamera HRSC (High Resolution Stereo Camera) an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express aufgenommen wurden.

Die jetzt vom DLR veröffentlichten Abbildungen zeigen einen Ausschnitt des Kraters bei 27 Grad südlicher Breite und 74 Grad östlicher Länge. Die Auflösung der Bilder beträgt etwa 13 Meter pro Bildpunkt. Die Sonne beleuchtet die Szene aus Westen (im Bild oben). Im Inneren des Kraters Terby, benannt nach dem belgischen Astronomen Francois J. Terby (1846-1911), nahm die HRSC einen im nördlichen Teil der Einschlagstruktur gebildeten, jüngeren Krater auf, in dem sich die geschichteten Tafelberge befinden.

Auffällig sind sich in Nord-Süd-Richtung erstreckende, längliche Plateaus (mittlerer, unterer Bereich des Bildes), die sich bis zu zweitausend Meter über den Kraterboden erheben. Die Flanken dieser tafelbergartigen Erhebungen zeigen deutlich Schichten unterschiedlichen Materials (oben links). Die Helligkeitsunterschiede zwischen den einzelnen Lagen können ein Hinweis auf eine unterschiedliche mineralogische Zusammensetzung der Schichten sein.

Solche Schichtungen sind typisch für Sedimentgesteine, die aus Material entstanden sind, das von Wind oder Wasser transportiert und abgelagert wurde. Auch explosiver Vulkanismus kann durch die Verteilung von ausgeworfener Asche gleichmäßig geschichtete Strukturen erzeugen. Die terrassenartige Erosion der Schichten (oben, links der Mitte) deutet auf Unterschiede in der Härte der verschiedenen Lagen hin, die in ihrer unterschiedlichen Zusammensetzung begründet ist.

Die Täler zwischen den Tafelbergen (rechts von der Bildmitte) zeigen besonders im Norden der abgebildeten Region Erosionsrinnen (rechts oben). Diese Rinnen und die deutlich erkennbare Schichtung der Gesteine deuten darauf hin, dass Wasser bei der Bildung der Landschaftsformen eine Rolle gespielt haben könnte. Entstehen konnte die Landschaft zunächst dadurch, dass der relativ alte Einschlagkrater im Laufe der Zeit von Sedimenten verfüllt wurde. Später wurden diese Ablagerungen durch Verwitterungsprozesse erodiert, so dass sich die Plateaus herausbilden konnten.

Für die Marsforscher von großen Interesse sind die Sedimente dieser Region, da sie Informationen über die Geschichte des Planeten und die Rolle des Wassers beinhalten. Das französische Spektrometer OMEGA an Bord von Mars Express hat in diesem Gebiet Ablagerungen von Sulfatmineralien nachgewiesen, zu deren Bildung Wasser erforderlich ist. Aus diesem Grund war der Krater ursprünglich als eines von bisher 33 möglichen Zielen der Mission Mars Science Laboratory (MSL) der NASA ins Auge gefasst worden, die im Jahr 2009 beginnen soll.

Die Aufnahmen entstanden während Orbit 4199 am 13. April 2007 aus etwa 265 Kilometern Höhe. Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 45 Co-Investigatoren aus 32 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Das hier gezeigte Bild wurde von der PI-Gruppe am Institut für Geologische Wissenschaften der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

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siehe auch
Mission Mars, die astronews.com-Berichterstattung über die Erforschung des roten Planeten
Mars Express, Missionswebseite bei astronews.com
Links im WWW
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