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SUPER-ERDEN Wäre die Erde auch nur ein wenig kleiner und hätte eine etwas geringere Masse, würde es auf ihr vermutlich keine Plattentektonik und damit eventuell auch kein Leben geben. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt amerikanische Astronomen. Ihre Schlussfolgerung für die Suche nach anderen bewohnbaren Planeten im All: Auf Super-Erden könnte man sich durchaus zu Hause fühlen.
"Plattentektonik ist für Leben wie wir es kennen entscheidend", meint Diana Valencia von der amerikanischen Harvard University. "Unsere Berechnungen zeigen, dass bei der Lebensfreundlichkeit von terrestrischen Planeten der Satz gilt: Größer ist besser." Plattentektonik ist die langsame Bewegung großer Landmassen auf der Oberfläche eines Planeten. Auf der Erde sorgten zusammenstoßende Kontinentalplatten für das Auftürmen von riesigen Gebirgen wie beispielsweise dem Himalaya. Die Platten bewegen sich auf flüssigem Magma im Erdinneren. Für die Bewohnbarkeit von Planeten ist Plattentektonik nach Ansicht der Wissenschaftler deswegen so wichtig, weil sie verschiedene komplexe chemische Reaktionen ermöglicht und einen globalen Recycling-Kreislauf in Gang hält. So wird beispielsweise das Kohlendioxid, das in der Atmosphäre für angenehme Temperaturen sorgt, zuweilen in Gestein eingeschlossen. Es wird aber wieder frei, wenn dieses Gestein schmilzt. Das Kohlendioxid gelangt dann bei Vulkanausbrüchen oder durch Spalten in der Tiefsee wieder in die Atmosphäre. "Recycling ist sehr wichtig, auch in planetaren Dimensionen", so Valencia. Die Wissenschaftlerin hat zusammen mit Kollegen untersucht, welchen Einfluss die Größe eines terrestrischen Planeten auf dessen Plattentektonik hat. Unter terrestrischen Planeten verstehen Astronomen Welten wie Mars, Erde oder Venus, die im Gegensatz zu den Gasriesen wie Jupiter und Saturn hauptsächlich aus Gesteinen bestehen. Insbesondere interessierte sich Valencia für sogenannte Super-Erden, also terrestrische Planeten mit der zwei- bis zehnfachen Masse unserer Erde. Noch massereichere Planeten würden vermutlich eher zu Gasriesen werden. Super-Erden, so das Resultat des Teams, sind geologisch aktiver als unser Heimatplanet und verfügen wegen ihrer dünneren Kontinentalplatten über eine stärkere Plattentektonik. Unsere Erde, so die Erkenntnis der Forscher, liegt mit ihrer Größe gerade an der Grenze ab der Plattentektonik möglich ist. Unser Nachbarplanet Venus, nur wenig kleiner, verfügt über keine Plattentektonik. "Es ist vielleicht kein Zufall, dass die Erde der größte terrestrische Planet in unserem Sonnensystem ist und auch der einzige, auf dem sich Leben entwickelt hat", so Valenica. Astronomen haben inzwischen schon fünf Super-Erden um andere Sonnen entdeckt, doch war darunter bislang noch kein Exemplar, das in einem wirklich angenehmen Temperaturbereich um seine Sonne kreiste. Wenn die Super-Erde allerdings so häufig sind, wie sich nun andeutet, sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis man auch eine Super-Erde findet, die sich im richtigen Abstand von ihrem Zentralgestirn befindet. Eine solche Super-Erde könnte nach Ansicht der Forscher zu einem Urlaubsort der Zukunft werden: Eindrucksvolle Ketten von Vulkanen würden solch einen Planeten überziehen und in Regionen, die an den amerikanischen Yellowstone-Nationalpark erinnern, würde sich heiße Quellen und zahlreiche Geysire finden lassen. Trotzdem sei eine erdähnliche Atmosphäre möglich, nur die Anziehungskraft des Planeten könnte bis zu drei Mal größer sein als auf der Erde. "Wenn Menschen eine solche Super-Erde besuchen, hätten sie wahrscheinlich etwas öfter Rückenschmerzen", scherzt Team-Mitglied Dimitar Sasselov, Direktor des Origins of Life- Programms der Harvard University. Doch auch wenn die Super-Erde deutlich größer als unsere Heimat wäre, könnten sich durchaus eine vertraute Geographie entwickeln: Durch die schnellere Kontinentaldrift würden nicht höhere Berge entstehen als auf der Erde und auch das Wetter könnte durchaus erdähnlich sein. "Die Landschaft wäre vertraut", so Sasselov. "Auf einer Super-Erde würde man sich wie zu Hause fühlen." |
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