|
|
GALAXYZOO Seit dem Sommer vergangenen Jahres kann jeder von zu Hause aus Galaxien klassifizieren und damit den Astronomen helfen, mehr über die Struktur des Universums zu erfahren. Die User von Galaxyzoo haben inzwischen rund 500 neue überlappende Galaxien entdeckt. Dank dieser Resultate konnte sich das Team nun Beobachtungszeit am WIYN-Teleskop sichern, um einige der entdeckten Systeme genauer zu untersuchen.
"Das ist das beste Weihnachtsgeschenk für unsere User das man sich vorstellen kann", meint Dr. Chris Lintott vom Physik-Institut der University of Oxford in England. Lintott hat zusammen mit Kollegen im Sommer ein besonderes Internet-Forschungsprojekt ins Leben gerufen: Auf der Galaxyzoo-Webseite können Benutzer Galaxien klassifizieren und so den Astronomen helfen, mehr über diese Systeme und damit die Struktur des Universum zu erfahren (astronews.com berichtete). Jetzt konnte Lintott und sein Team ein beeindruckenden Erfolg vermelden: Die Galaxyzoo-Nutzer haben über 500 Galaxien identifiziert, die - von der Erde aus gesehen - eine andere Galaxie überlappen. Bisher waren nur 20 dieser Systeme bekannt. "Überlappende Galaxien sind für uns sehr nützlich, weil wir durch sie den Staub in den Systemen studieren können", erklärt Lintott. "Staubkörner wiederum spielen eine entscheidende Rolle bei der Galaxienentwicklung, da Staub für die Sternentstehung sehr wichtig ist." Die Suche nach überlappenden Galaxien war eine Sonderprojekt auf der Galaxyzoo-Webseite, das von Bill Keel von der University of Alabama initiiert wurde. Er hatte im Forum von Galaxyzoo die User gebeten, nach entsprechenden Systemen Ausschau zu halten. Dank dieser Resultate haben die Galaxyzoo-Astronomen jetzt fünf Beobachtungsnächte mit dem WIYN-Teleskop auf dem Kitt Peak in Arizona genehmigt bekommen, wo sie einige der von ihren Usern entdeckten Systeme gründlicher untersuchen wollen. "Wir erwarten einige spektakuläre Bilder von den Nächten in Arizona", so Lintott, der auch bald mit den ersten wissenschaftlichen Veröffentlichung rechnet, die auf der Galaxyzoo-Arbeit basieren. Trotzdem benötigen die Astronomen noch mehr Helfer: "Auch wer die Seite schon einmal besucht hat, sollte uns noch einmal besuchen und ein paar mehr Galaxien klassifizieren, da wir die Daten zur Bestätigung unserer Resultate benötigen. Diese Resultate könnten einen erheblichen Einfluss auf unser Modell vom Universum haben." Eines der überraschenden, wenn auch noch vorläufigen, Ergebnisse der Untersuchung ist beispielsweise die Feststellung, dass es offenbar mehr Galaxien gibt, die sich gegen den Uhrzeigersinn drehen. Man würde eigentlich erwarten, dass die Drehrichtung im Universum gleichverteilt ist. Die Astronomen müssen aber noch überprüfen, ob das Ergebnis nicht vielleicht doch durch das menschliche Auge beeinflusst ist. Alles sei, so betonen sie, noch sehr vorläufig. |
URL des Artikels:
http://www.astronews.com/news/artikel/2008/01/0801-010.shtml
Links zu Artikeln zum Thema auf astronews.com oder zu Seiten von anderen Webangeboten finden Sie - falls verfügbar - in der Online-Version unter der oben angegebenen Adresse.
|
© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2008 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung. |