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Astronomen haben die bislang besten Hinweise darauf gefunden, dass von einem jungen, gerade entstehenden Stern Material in einem Fontänen-artigen Jet ins All hinaus gewirbelt wird. Der Fund ist für die Wissenschaftler deswegen so wichtig, weil sie sich nur dadurch erklären können, weshalb der stellare Embryo überhaupt zu einem richtigen Stern wachsen kann.
"Theoretikern ist schon immer klar gewesen, dass ein Stern während seiner Entstehungsphase irgendwie Drehimpuls loswerden muss", erläutert Qizhou Zhang, Astronom am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA). "Nun sehen wir hier den Beweis für diese Theorie." Ein Stern entsteht im Zentrum einer rotierenden Scheibe aus Wasserstoffgas. Er wächst, indem er Material aus dieser Scheibe aufnimmt. Doch damit das Gas auch tatsächlich ins Innere der Scheibe zum Stern gelangen kann, muss es irgendwie seinen Drehimpuls loswerden. Und das funktioniert nach Ansicht der Forscher so: Wenn sich das Wasserstoffgas dem Stern nähert, wird ein Teil des Gases senkrecht zur Scheibe zu beiden Seiten ins All geschleudert. Die Astronomen nennen dies einen bipolaren Jet. Wenn das Gas nun um die Achsen des Jets nach außen spiralt, zieht es Drehimpuls aus dem Inneren des Systems ab. Genau dieses glaubt ein internationales Wissenschaftlerteam nun mit Hilfe des Submillimeter Arrays (SMA) beobachtet zu haben. Sie untersuchten dazu das rund 1.000 Lichtjahren entfernte Objekt Herbig-Haro 211, das im Sternbild Perseus liegt. Das Objekt besteht aus einem bipolaren Jet und einem zentralen nur 20.000 Jahre alten Portostern, der zur Zeit nur sechs Prozent der Masse unserer Sonne aufweist. Vieleicht wächst er aber im Laufe der Jahre zu einem Stern von der Größe unserer Sonne heran. Die Astronomen haben in ihren Daten nun deutliche Hinweise dafür gefunden, dass sich das Gas im Jet dreht: Es wird nicht nur mit Geschwindigkeiten von über 300.000 Kilometern pro Stunde ins All geblasen, sondern wirbelt auch in Spiralen mit Geschwindigkeiten von über 4.500 Kilometern pro Stunde herum. "HH 211 ist im Grunde genommen ein umgekehrter Strudel. Nur wirbelt hier nicht Wasser umher und verschwindet in einer Senke, sondern Gas wirbelt herum und bewegt sich nach Außen", erklärt Zhang. Die Astronomen wollen versuchen, bei zusätzlichen Beobachtungen noch mehr Details über das System herauszubekommen und auch die Jets von weiteren Protosternen zu untersuchen. Das ist allerdings nicht einfach: Für solche Messungen müssen die Jets relativ gebündelt sein. Sie dürfen zudem nicht zu weit von der Erde entfernt sein, um detaillierte Beobachtungen zu ermöglichen. Dieses Kriterien treffen nur auf nur sehr wenige Jets zu.
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