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JAHRESRÜCKBLICK 2007
Marslöcher, Mondsonden und die zweite Erde
von Stefan Deiters
astronews.com
31. Dezember 2007

Traditionell blickt astronews.com am letzten Werktag eines Jahres zurück auf einige herausragende Ereignisse aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt aus den vergangenen zwölf Monaten. Das soll auch zum neunten Jahreswechsel seit Gründung von astronews.com nicht anders sein. Und auch 2007 gab es einiges zu berichten: Von Löchern auf dem Mars, dem Aufbruch zum Mond und der verzweifelten Suche nach der zweiten Erde.

2007

Machten Schlagzeilen 2007: Die Marsrover, Löcher auf dem Mars, extrasolare Planeten und Reparaturmaßnahmen im All. Bilder: NASA und andere

Zu Beginn des Jahres feierte man auch in Deutschland ein Jubiläum: Drei Jahre schon lieferte die vom DLR betriebene Stereokamera HRSC an Bord der Sonde Mars Express eindrucksvolle Bilder vom Mars. Für die heftigsten Diskussionen sorgten 2007 allerdings Bilder einer anderen Marssonde: Sie zeigten kreisrunde Löcher, die Astronomen als Eingänge zu unterirdischen Höhlensystemen interpretierten.

Apropos Mars: Den Mars-Rovern Spirit und Opportunity machte 2007 ein gewaltiger Staubsturm zu schaffen. Opportunity musste deswegen den Abstieg in den Victoria-Krater um mehrere Monate verschieben. Bei der NASA war man allerdings froh, dass der Rover den Sturm überhaupt überstanden hatte und verlängerte im Oktober die Mission der Rover zum fünften Mal. Auch eine neue Marssonde wurde 2007 auf den Weg gebracht: Phoenix soll Ende Mai die Nordpolarregion des Mars erreichen.

In der Raumfahrt gab es 2007 nicht nur Erfolge: Das Unternehmen SeaLaunch, das Raketen von einer umgebauten Ölplattform im Pazifik startet, musste gleich zu Jahresbeginn einen herben Rückschlag hinnehmen. Bis heute fand kein weiterer Start statt, ein für November vorgesehener Termin wurde immer wieder verschoben. 

Der Ausbau der ISS ging auch 2007 weiter: Im Juni brachte die Atlantis ein neues Solarzellenmodul zur Internationalen Raumstation, das den steigenden Energiebedarf der Raumstation decken helfen soll. Die Endeavour war im August zu Besuch bei der ISS. Mit an Bord war auch eine Lehrerin, die mit ihrem Flug eine Aufgabe zu Ende brachte, die eigentlich für eine andere Pädagogin vorgesehen war. Diese war bei der Challenger-Katastrophe ums Leben gekommen. Sorge bereitete allerdings ein Schaden im Hitzeschutzschild der Raumfähre.

Im Oktober brachte dann die Discovery das Harmony-Modul zur ISS. Probleme machte bei dieser Mission die Solararrays der Station. Beim Ausfahren entstand ein Riss, der während eines waghalsigen Außenbordeinsatzes geflickt werden musste. Damit wäre eigentlich alles bereit zum Andocken des europäischen Moduls Columbus gewesen. Der eigentlich für Anfang Dezember vorgesehene Start wurde allerdings wegen Problemen mit den Treibstoffsensoren mehrfach verschoben. Inzwischen gibt es gar keinen Starttermin mehr.

Überraschendes erfuhr man auch von unseren galaktischen Nachbarn im All, den Magellanschen Wolken: Sind die Begleiter unserer Milchstraße gar keine Satellitengalaxien unserer Heimatgalaxie, sondern nur auf der Durchreise? Neue Messungen deuteten zumindest darauf hin und wurden im September bestätigt.

Nicht klären konnte man auch 2007, um was es sich bei der mysteriösen Dunklen Energie eigentlich handelt. Diese Energie sorgt dafür, dass sich unser Weltall beschleunigt ausdehnt. Anfang des Jahres vermuteten einige Forscher, dass das Vakuum selbst, die Expansion mit einer Art inneren Spannung antreibt. Die Entdecker der Dunklen Energie bekamen im Sommer für ihren Fund den mit einer halben Millionen Dollar dotierten Gruber Kosmologie Preis.

Auch Dunkelmaterie bleibt weiterhin ein Mysterium: Im Februar berichteten Astromomen von der Entdeckung von geheimnisvollen Zwerggalaxien aus Dunkelmaterie. Im Sommer gaben Forscher dann bekannt, dass sie auch im Virgo-Galaxienhaufen eine Galaxie aus Dunkelmaterie aufgespürt hätten.

Spitzer beobachtete eine Kollision von Kometen im Helix-Nebel. Aus den Schweizer Alpen spürten Astronomen einen wundersamen Planeten auf, der aus heißem Eis zu bestehen scheint. Die Ende 2006 gestartet europäische Sonde COROT entdeckte 2007 gleich zwei Exoplaneten: Die Entdeckung des ersten COROT-Exoplaneten wurde Anfang Mai gemeldet, der zweite extrasolare Planet folgte kurz vor Weihnachten. Um den Stern 55 Cancri wurde 2007 der fünfte extrasolare Planet entdeckt.

Solange man aber extrasolare Planeten nicht wirklich direkt beobachten kann, bleibt vieles, was man über sie zu wissen glaubt, Spekulation. Das zeigten auch die Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2007: Extrasolare Planeten sind staubiger und trockener als gedacht folgerten Astronomen im Februar aus Spitzer-Daten und bezogen sich dabei unter anderem auf den Planeten HD 189733b. In dessen Atmosphäre glaubte ein anderes Team einige Woche später mit Hubbles Hilfe Wasser entdeckt zu zu haben. Kurze Zeit später wiesen Spitzer-Daten dann auf stürmische Winde hin und bestätigten schließlich den Fund von Wasser in der Atmosphäre. Im Dezember berichteten Astronomen schließlich von einer dunstigen Atmosphäre um HD 189733b.

Einen neue extrasolaren Planeten zu finden ist nach der Entdeckung von weit über 200 Exemplaren nichts wirklich Besonderes mehr. Da muss es schon ein nahezu erdähnlicher Planet sein, um in die Schlagzeilen zu kommen. Vermutlich deshalb wird von den PR-Strategen der Institute auch mancher Höllenplanet zur "Fast-Erde" umgedeutet: So berichtete Ende April die Europäische Südsternwarte ESO von der Entdeckung des bislang erdähnlichsten Planeten. Kurze Zeit später stellte sich allerdings heraus, dass auf der potentiellen zweiten Erde lebensfeindliche Temperaturen auf der Oberfläche herrschen dürften.

Cassini lieferte auch im zu Ende gehenden Jahr eindrucksvolle Daten aus dem Saturnsystem und enttarnte etwa den Mond Enceladus als kosmischen Graffiti-Künstler, spürte Kohlenwasserstoffe auf Hyperion auf und entdeckte ein merkwürdiges Rechteck in der Saturnatmosphäre. Nach gründlicher Auswertung der Daten der europäsichen Huygens-Sonde präsentierten Astronomen im Sommer ein neues Bild des Saturnmondes Titan, auf dessen Kontinent Xanadu es morgens immer zu nieseln scheint.

Auch der Mond stand 2007 im Fokus: Japan startete mit SELENE eine erste Mondmission. Einen Monat später startete auch China eine erste Mondsonde. Die NASA wird sich im kommenden Jahr in der Reigen der Mondmissionen einreihen. Und der Internetkonzern Google stifte 30 Millionen Dollar für die private Erkundung des Erdtrabanten.

Und was war noch los 2007? Chandra beobachtete die hellste Supernova aller Zeiten und SWIFT verfolgte gleich zwei Supernovae in einer Galaxie. Chandra und XMM-Newton beobachteten die größte Kollision im Universum: das Zusammentreffen von zwei Galaxienhaufen. Spitzer verfolgte die Kollsion von vier Galaxien. Mit dem Radioteleskop Very Large Array fanden die Astromomen ein riesiges Loch im All. Das Very Large Telescope entdeckte mit HEHE 1532-0901 einen Stern, der mit 13,2 Milliarden Jahren fast so alt ist wie das Universum ist und Kosmologen glaubten gar, durch einen potentiellen Big Bounce blicken zu können.

Die Kometensonde Rosetta flog im Ende Februar ohne Probleme am Mars vorüber und holte im November noch einmal Schwung an der Erde. Deutschland startete erfolgreich den Radarsatelliten TerraSAR-X, der wenig später schon eindrucksvolle Bilder lieferte. Italienische Astronomen glaubten den Einschlagkrater des Tunguska-Ereignisses entdeckt zu haben. Die Sonde Dawn startete Ende September zu Ceres und Vesta.

Das waren, wie immer bei einem Rückblick, nur einige Highlights des zu Ende gehenden Jahres. Diskutieren Sie doch Ihre persönlichen Höhepunkte aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt im astronews.com Forum. Auch über astronews.com selbst gab es 2007 etwas zu berichten. Der Online-Dienst präsentiert sich seit Mai 2007 in einem neuem Gewand.

Sicherlich wird auch das Jahr 2008 viele interessante Nachrichten für diesen Online-Dienst bereithalten. Wir werden weite berichten und bedanken uns an an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre faszinierende Arbeit, durch die eine Nachrichtenseite wie astronews.com erst möglich wird.

Unseren Leserinnen und Lesern danken wir für die Treue und wünschen für das Jahr 2008 alles Gute.

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Das Jahr 2007 im Rückblick: Was waren Ihre Highlights des Jahres? Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
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