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MARS EXPRESS Noctis Labyrinthus, das Labyrinth der Nacht, ist eine Region auf dem Mars mit labyrinthartig verzweigten Gräben, die teilweise mehrere Tausend Meter tief sind. Bei seiner 3155. Umrundung des roten Planeten hat die europäische Sonde Mars Express einen Teil dieser Region fotografiert. DLR und ESA haben diese eindrucksvollen Aufnahmen nun veröffentlicht.
Die jetzt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) veröffentlichten Bilder der hochauflösenden Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express zeigen einen Ausschnitt der Region Noctis Labyrinthus - dem Labyrinth der Nacht. An den tiefsten Stellen liegt der Talgrund bis zu fünftausend Meter unter der Hochlandebene. Die Bilder wurden von Mars Express am 25. Juni 2006 während des 3155. Orbits um den Mars aus einer Höhe von etwa vierhundert Kilometern nahe des Marsäquators aufgenommen und haben eine Auflösung von zirka 16 Metern pro Bildpunkt. Die Region Noctis Labyrinthus schließt sich direkt westlich an das berühmte Talsystem der Valles Marineris an, dem "Grand Canyon" des Mars. Die Valles Marineris markieren einen bis zu elf Kilometer tiefen Einschnitt in das Marshochland, der sich viertausend Kilometer lang von Westen nach Osten entlang des Marsäquators erstreckt. Die jetzt von DLR und ESA veröffentlichten Bilder zeigen einen Ausschnitt bei 6,5 Grad südlicher Breite und 260 Grad östlicher Länge. Die Region Noctis Labyrinthus gehört zu einem komplexen Grabenbruchsystem, das in Zusammenhang mit der Aufwölbung der Region Tharsis gebracht wird: Dieser so genannte Tharsis-Schild hat einen Durchmesser von fast fünftausend Kilometer. Das Marshochland bildet hier eine mehrere Kilometer hohe Erhebung über die Umgebung. Auffallend an vielen Stellen von Tharsis sind tief eingeschnittene, labyrinthartig verzweigte Gräben. Auf den Mars Express-Aufnahmen sind Ausschnitte solcher Strukturen zu sehen, die unterschiedlich breit und mehrere tausend Meter tief sind. Die Gräben wurden durch Verwitterungsprozesse stark erodiert, das von den steilen Hängen abgerutschte Material ist am Boden der Grabenbrüche erkennbar. An den oberen Geländekanten sind noch relativ frische Anschnitte der jüngeren Gesteinseinheiten erkennbar. Bei den Gräben handelt es sich nach Angaben der Wissenschaftler des DLR um Zeugnisse so genannter Dehnungstektonik. In der Tharsis-Region ereignete sich über große Zeiträume ein intensiver Vulkanismus, der für eine Aufwölbung großer Teile des Gebiets sorgte. Infolge der Anhebung der ganzen Region kam es zu Spannungen in der Kruste, die zur Ausdünnung und Rissbildung an der Oberfläche führten: Es bildeten sich tiefe Gräben entlang dieser Störungslinien, deren Fortsetzung auch auf den Hochlandebenen zwischen den Gräben als geradlinig-winkelige Linien sichtbar ist. Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hatte, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 45 Co-Investigatoren aus 32 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter Neukums Leitung entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt. |
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http://www.astronews.com/news/artikel/2007/12/0712-001.shtml
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