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MIRA
Hubble-Beobachtung mit Amateurhilfe
von Hans Zekl
für astronews.com
20. September 2007

Für bevorstehenden Beobachtungen des Roten Riesen Mira mit dem Weltraumteleskop Hubble benötigen Dr. Margarita Karovska vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und ihre Kollegen die Hilfe engagierter Amateurastronomen. Interessant für die Wissenschaftler sind sowohl visuelle als auch CCD-Beobachtungen des veränderlichen Sterns.

Mira A

Aufnahme von Mira A mit dem Weltraumteleskop Hubble im sichtbaren Bereich des Lichtes. Foto: Margarita Karovska (Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics) und NASA

Mira oder Omikron Ceti im Sternbild Walfisch (lateinisch Cetus) ist ein alter Bekannter. Schon 1596 entdeckte der ostfriesische Pfarrer und Amateurastronom David Fabricius, dass der Stern seine Helligkeit stark ändert. Innerhalb von etwa 331 Tagen schwankt sie zwischen der 2. und 9. Größenklasse.

Dennoch hatte Mira in der letzten Zeit für die Astronomen einige Überraschungen auf Lager: Zum einen befindet sich Omikron Ceti mit einem Weißen Zwerg - Mira B - in einem Doppelsternsystem. Neuere Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble und dem Röntgenteleskop Chandra zeigten - wie berichtet- einen Gasstrom zwischen den beiden Sternen und eine Akkretionsscheibe um den Zwergstern, sowie gelegentliche Ausbrüche im Röntgenbereich. Andere Forscher fanden mit dem NASA Galaxy Evolution Explorer einen 13 Lichtjahre langen Gasschweif hinter dem Sternsystem. Hierüber berichtete astronews.com im vergangenen Monat.

Das Team um Karovska möchte nun am 23. September mit Hubble die Wechselwirkungen der Gasströme aus dem Doppelsternsystem mit dem Material in der die Sterne umgebenden Hülle studieren. Weitere Forschungsziele sind genauere Aufschlüsse über den Massentransport zwischen den beiden Sternen und die Auswirkungen der Ausbrüche auf die Verhältnisse in diesem Doppelsternsystem.

Miras Helligkeit hat momentan fast ihren Minimalwert erreicht. Die Forscher benötigen für ihre Arbeit visuelle und CCD-Beobachtungen von engagierten Amateuren über einen Zeitraum, der sich bis zu zwei Wochen nach den Hubble-Beobachtungen erstreckt. Visuelle Beobachter, die Mira nur gelegentlich ins Auge fassen, sollen mindestens eine, aber nicht mehr als drei Helligkeitsbestimmungen einschicken.

Andere, die Omikron Ceti gegenwärtig regelmäßig verfolgen, sollen wie bisher weiter machen und dann ihre Ergebnisse bei der American Association of Variable Star Observers (AAVSO) mit der Kennung "OMI CET" einsenden. Besonders erwünscht sind CCD-Beobachtungen mit den blauesten Filtern, die der jeweilige Beobachter besitzt. Hier sind bis zum 30.September nächtliche Beobachtungen gewünscht.

Während der eigentlichen Hubble-Beobachtung von 21.00 bis 1.00 Uhr MESZ sollte das Sternsystem sehr intensiv überwacht werden. Die AAVSO bereitet momentan Karten mit Vergleichssternen für die CCD-Beobachtungen vor. Solange diese Karten nicht auf der Web-Seite zur Verfügung stehen, sollten keine CCD-Ergebnisse eingeschickt werden.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2007/09/0709-028.shtml

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