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HUBBLE & SPITZER Die Bausteine des Universums Das Weltraumteleskop Hubble und das Infrarotteleskop Spitzer haben in großer Entfernung neun winzige Galaxien entdeckt. Jede dieser Galaxien hat 100 bis 1.000-mal weniger Masse als unsere Milchstraße. Die Wissenschaftler vermuten, dass sie es hier mit den Galaxien zu haben, aus denen im Laufe der Zeit die größeren Galaxien zusammengesetzt wurden.
Nach der allgemein akzeptierten Theorie über Galaxienentstehung entstanden die großen Galaxien, die wir heute in unserer Nachbarschaft beobachten, durch die Verschmelzung von vielen kleinen Galaxien. Neun dieser ursprünglichen Galaxien-Bausteine glauben Astronomen nun mit Hilfe des Weltraumteleskops Hubble entdeckt zu haben. "Dabei handelt es sich um die masseärmsten Galaxien, die wir je direkt im Universum beobachtet haben", so Nor Pirzkal von der European Space Agency und dem Space Telescope Science Institute. Als Pirzkal die Daten erstmals in Augenschein nahm, hat ihn die Tatsache überrascht, dass die geschätzten Massen der fernen Galaxien so klein waren. Daher wurden weitere Beobachtungen mit dem Infrarotteleskop Spitzer gemacht, um so eine präzisere Massenbestimmung für die Neuentdeckungen zu erhalten. Spitzer bestätigte schließlich, dass die Galaxien zu den kleinsten bislang gefundenen Bausteinen des Universums gehören. Der Fund bietet den Astronomen somit einen neuen Einblick in die Zeit, in der das Universum gerade die Grundlagen für sein heutiges Aussehen legte - rund eine Milliarde Jahre nach dem Urknall. Hubble entdeckte in den Galaxien junge blaue Sterne, die nur einige Millionen Jahre alt sind. Diese fernen Sonnen sind gerade dabei in ihrem Inneren aus Wasserstoff und Helium, den Elementen des Urknalls, schwerere Elemente zu erzeugen. "Das blaue Licht in den Hubble-Bildern hat uns gezeigt, dass es hier junge Sterne gibt. Aber erst die Tatsache, dass Spitzer kein Licht im Infraroten gefunden hat, zeigte uns, dass es sich hier wirklich um junge Galaxien handelt und keine ältere Sternengeneration vorhanden ist", erklärt Sangeeta Malhotra von der Arizona State University. Die Galaxien wurde zuerst von James Rhoads von der Arizona State University und Chun Xi vom Shanghai Institute of Technical Physics entdeckt. Drei der Galaxien scheinen etwas langgezogen zu sein, was darauf hindeuten könnte, dass sie bereits mit einer Nachbargalaxie verschmelzen, um ein größeres System zu bilden. Die Astronomen fanden die Galaxien im Hubble Ultra Deep Field (HUDF) mit Hilfe der Advanced Camera for Surveys und des Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer. Die Entdeckung und Analyse von so kleinen Galaxien in dieser Entfernung ist auch für die leistungsfähigsten Teleskope der Welt kein Kinderspiel: Die Beobachtungen stellen quasi die Grenze des zur Zeit machbaren dar.
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