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DLR
Vom Astronauten zum Manager
Redaktion / DLR-Pressemitteilung
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8. August 2007

Der deutsche Astronaut Thomas Reiter, der insgesamt fast ein Jahr im Weltraum verbracht hat, wird Vorstand für Raumfahrt-Forschung und -Entwicklung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).  Reiter hofft, seine Erfahrungen als Astronaut nutzbringend in die für ihn neue Arbeit im Forschungs-Management einbringen zu können.

Reiter

Thomas Reiter während seines Außenbordeinsatzes am 3. August 2006. Bild: NASA

Thomas reiter

Thomas Reiter: Neues Mitglied im Vorstand des DLR. Foto: ESA

Der Astronaut Thomas Reiter, der insgesamt fast ein Jahr im Weltraum verbracht und geforscht hat, soll neuer Raumfahrt-Vorstand beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) werden. Er soll den DLR-Bereich Raumfahrt-Forschung und -Entwicklung leiten. Dies hat gestern der Senat des DLR in einer außenordentlichen Sitzung in Berlin unter dem Vorsitz des Staatssekretärs im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr. Joachim Wuermeling, entschieden. Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos erklärte: "Wir freuen uns, dass wir mit Thomas Reiter nicht nur einen populären Astronauten, sondern einen exzellenten wissenschaftlichen und renommierten Forscher, einen außerordentlichen Kenner der Raumfahrt-Szene für dieses wichtige Amt gewinnen konnten".

Der Vorstandsvorsitzende des DLR, Professor Johann-Dietrich Wörner, der Reiter als Raumfahrt-Vorstand vorgeschlagen hatte, zeigte sich äußerst erfreut über den neuen Vorstandskollegen: "Thomas Reiter hat bisher viele außergewöhnliche Herausforderungen angenommen und alle mit Bravour gemeistert. In seinem neuen Amt als DLR-Raumfahrt-Vorstand wird er dies mit dem gleichen Elan, Einsatz und Erfolg machen wie bisher, davon bin ich voll und ganz überzeugt. Und als der deutsche und auch europäische Astronaut mit der längsten Weltraumerfahrung wird er sicherlich auch ganz neue Aspekte in den wichtigen Bereich des DLR, die Raumfahrt, einbringen."

Der Vorschlag von Wörner entstand in enger Absprache mit Jean-Jacques Dordain, dem Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), in der Reiter als Mitglied des europäischen Astronautenkorps in Köln seit 15 Jahren tätig ist. Dordain erklärte: "Ich freue mich, dass das DLR Reiters Erfahrungen in der ESA zu schätzen weiß und dass Reiter im DLR nun eine solch wichtige Position einnehmen wird. Was für Deutschland gut ist, ist auch gut für ESA."

Thomas Reiter zeigte sich sehr angetan über die Wahl und die neue Herausforderung: "Ich bin mir der Ehre bewusst und nehme das neue Amt gerne an. Die Funktion im Forschungs-Management ist eine ganz neue Aufgabe für mich, die aber sehr viel mit dem zu tun hat, was ich bisher gemacht habe. Ich hoffe, dass ich meine bisherigen Erfahrungen in mein neues Vorstandsamt sinnvoll und nutzbringend für das DLR einbringen kann", erklärte er.

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Thomas Reiter ist der europäische Astronaut mit der längsten Weltraumerfahrung. Er hat auf zwei Missionen (179 Tage bei der Mission Mir95 und 171 Tage bei der Astrolab-Mission 2006) genau 350 Tage, 4 Stunden und 55 Minuten in der Erdumlaufbahn geforscht und gelebt. Da die Internationale Raumstation ISS in rund 90 Minuten einmal die Erde mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Kilometern pro Stunde umkreist, hätte er dabei theoretisch mehr als 5.600 Sonnenauf- und untergänge beobachten können. Insgesamt haben deutsche Astronauten mehr als 481 Tage im Weltraum, in der Umlaufbahn um die Erde, gearbeitet und gelebt, was bedeutet, dass allein auf Reiter fast 75 Prozent der Gesamtaufenthaltsdauer im Weltraum entfallen.

Zusammen mit seinem schwedischen Astronautenkollegen Christer Fuglesang gehört Reiter zu den europäischen Astronauten mit den meisten und längsten Außenbordeinsätzen: Bei insgesamt drei so genannten EVAs (Extra-vehicular Activity) hat Reiter 14 Stunden und 15 Minuten im freien Weltraum verbracht und dabei Außenbordarbeiten an der russischen Raumstation MIR und der Internationalen Raumstation ISS geleistet.

Reiter wurde 1958 in Frankfurt/Main geboren, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seine Hobbys sind Fechten, Badminton, Kochen und Gitarre spielen. Er ist Diplomingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik und Oberst der Luftwaffe. Seine Flugerfahrung beläuft sich auf mehr als 2.000 Stunden auf über 15 verschiedenen Typen von militärischen Kampfflugzeugen.

Reiter gehört seit 1992 dem Europäischen Astronautenkorps der europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Köln an. Er ist einer der wenigen nichtrussischen Astronauten, der als Bordingenieur die russische Soyus-Kapsel steuern darf. Ihm wurde zusätzlich das russische Zertifikat als "Soyuz Return Commander" verliehen, welches ihn dazu berechtigt, eine Soyuz-Kapsel mit drei Besatzungsmitgliedern während ihrer Rückkehr aus dem Weltraum zu steuern.

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siehe auch
ISS: Deutscher Astronaut mit europäischem Rekord - 7. August 2006
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