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EXTRASOLARE PLANETEN Das Trans-atlantic Exoplanet Survey-Team hat Anfang der Woche die Entdeckung eines weiteren extrasolaren Planeten bekannt gegeben: TrES-4 ist der bislang größte bekannte Exoplanet. Er ist etwa 70 Prozent größer als Jupiter, hat jedoch eine geringere Masse. Mit diesen ungewöhnlichen Eigenschaften bereitet TrES-4 den Theoretikern einiges Kopfzerbrechen.
TrES-4 wurde im Rahmen einer systematischen Suche mit automatischen Teleskopen in den USA und auf den kanarischen Inseln gefunden. Das TrES-Team sucht dabei nach winzigen Helligkeitsschwankungen, die von einem Planeten verursacht werden, der von der Erde aus gesehen, direkt vor seiner Sonne vorüberzieht. Die Astronomen sprechen dabei von einem Transit. Um Planeten auf diese Weise aufzuspüren, beobachten die Forscher einen bestimmten Himmelsbereich rund zwei Monate lang kontinuierlich und suchen anschließend nach verräterischen Schwankungen in der Helligkeit der Sterne. Nun wurden die Astronomen zum vierten Mal fündig: TrES-4 entdeckten sie weniger als ein halbes Grad am Himmel von ihrem vorherigen Fund TrES-3 entfernt. Ein halbes Grad entspricht in etwa der Größe des Vollmondes. TrES-4 verriet sich dadurch, dass er die Helligkeit seiner Sonne während des Transits um etwa einen Prozent verringerte. "TrES-4 ist der größte bekannte Exoplanet", erläutert Georgi Mandushev vom Lowell Observatory. "Er ist rund 70 Prozent größer als Jupiter, hat aber deutlich weniger Masse, so dass er eine mittlere Dichte von nur 0,2 Gramm pro Kubikzentimeter hat, was etwa der Dichte von Balsa-Holz entspricht. Wegen der recht geringen Anziehungskraft des Planeten könnten sogar Teile der Atmosphäre ins All entweichen wie bei einem Kometenschweif." TrES-4, dessen Existenz inzwischen auch von anderen Teleskopen bestätigt wurde, liegt rund 1.400 Lichtjahre entfernt im Sternbild Herkules. Der Planet umrundet seinen Zentralstern alle dreieinhalb Tage. Mit einer Entfernung von rund 7,2 Millionen Kilometern ist er seiner Sonne recht nahe, so dass auf ihm Temperaturen von etwa mehr als 1.300 Grad Celsius herrschen sollten. "TrES-4 ist damit ein gewisses Problem für die Theoretiker", meint Edward Dunham vom Lowell Oberservatory. "Der Planet ist im Verhältnis zu seiner Masse deutlich größer als es aktuelle Modelle solcher Planeten erlauben. Aber Probleme sind gut, denn beim Lösen lernt man vieles dazu." Nicht nur der Planet TrES-4 ist etwas besonders, sondern auch sein Zentralstern: Es handelt sich dabei um einen sogenannten Unterriesen oder Subgiant, also einen Stern, der sich gerade zu einem Roten Riesen entwickelt. "Der Mutterstern von TrES-4 hat das selbe Alter wie unsere Sonne, ist aber massereicher, so dass er sich sehr viel schneller entwickelt hat", so Mandushev.
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