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ERDKLIMA Eine Gruppe amerikanischer und britischer Wissenschaftler glaubt jetzt einen Zusammenhang zwischen der Anzahl von Sonnenflecken und heftigen Regenfällen im östlichen Afrika nachgewiesen zu haben. Die Ergebnisse erscheinen morgen in einer Zeitschrift der American Geophysical Union. Frühere Untersuchungen waren immer zu einem anderen Ergebnis gekommen.
Die Untersuchung der Teams aus britischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern stützt sich auf Daten aus der letzten 100 Jahren. Danach würden ungewöhnlich heftige Regenfälle in Ostafrika immer dann auftreten, wenn in etwa einem Jahr das Maximum der Sonnenfleckenaktivität zu erwarten sei. "Mit Hilfe unserer Ergebnisse können wir nun vorhersagen, wann es vermutlich sehr regenreiche Perioden geben wird - und dies mehrere Jahre im voraus", erläutert Curt Stager vom amerikanischen Paul Smith's College. Der Paleoklimatologe ist Leiter der Forschergruppe, die ihre Ergebnisse in der morgen erscheinenden Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Geophysical Research - Atmospheres veröffentlicht. Die Zeitschrift wird von der American Geophysical Union herausgegeben. Eine frühzeitige Warnung vor intensiven Regenperioden könnte es den afrikanischen Regierungen erlauben, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, die sich etwa durch Insektenstiche ausbreiten. Solche Krankheiten treten besonders nach intensiven Regenfällen, die oft auch von Überschwemmungen begleitet werden, immer verstärkt aus. Die Zahl der Sonnenflecken schwankt mit dem elfjährigen Aktivitätszyklus der Sonne: Das nächste Sonnenfleckenmaximum wird für die Jahre 2011/12 erwartet, so dass es im Jahr zuvor - wenn die Auswertungen der Wissenschaftler stimmen - auch bei den Regenmengen ein Maximum geben sollte. "Wir erwarten im östlichen Afrika eine deutliche Verstärkung der Regenzeit und damit verbunden auch eine verbreitete Rift Valley Fever-Epedemie im Jahr vor dem solaren Maximum", schreiben die Wissenschaftler. Moskitos und andere Insekten, die für die Verbreitung der Krankheit verantwortlich sind, vermehren sich bei feuchtem Wetter besonders gut. Die Untersuchungen basieren auf Regenfall-Daten aus den letzten 100 Jahren, sowie auf Auswertungen historischer Wasserstände dreier Seen, darunter des Viktoria-Sees. Die Ergebnisse des Teams steht im Widerspruch zu früheren Arbeiten, bei denen kein Zusammenhang zwischen Zahl der Sonnenflecken und dem Klima im östlichen Afrika gefunden wurde. Das Klima dort, so die Gegner der These, sei durch zahlreiche andere Phänomene beeinflusst, die nichts mit dem Aktivitätszyklus der Sonne zu tun hätten. Stager betont aber, dass die Verbindung in den Jahren zwischen 1927 und 1968 zwar nicht sonderlich ausgeprägt war, sich das zyklische Muster aber über das gesamte 20. Jahrhundert finden lasse. Wissenschaftler hätten zudem schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts einen auffälligen Zusammenhang zwischen dem Wasserstand des Viktoria-Sees und dem solaren Aktivitätszyklus untersucht, erinnert Alexander Ruzmaikin vom NASA Jet Propulsion Laboratory, der auch an der Studie beteiligt war. Die neuen Ergebnisse "zeigen, dass es sich bei diesem Zusammenhang tatsächlich nicht um einen Zufall handelt. Damit wird ein historisches Rätsel gelöst und man lernt gleichzeitig, wie die schwankende Sonnenaktivität das Klima in Afrika beeinflusst." Die Forscher bieten eine Reihe von Thesen an, wie eine Zunahme der Sonnenfleckenzahl die Regenmenge beeinflussen könnte. Im einfachsten Modell würde durch die erhöhte solare Aktivität, die mit einer hohen Sonnenfleckenzahl in Verbindung steht, Land und Wasser mehr aufgewärmt werden, wodurch es zu Verdunstung und zu Niederschlägen kommt. Allerdings, so warnen die Forscher, würde eine hohe Sonnenfleckenzahl zwar heftige Regenperioden ankündigen, doch seien diese auch zu anderen Zeiten möglich. Die meisten Zeiten mit heftigem Regen würden jedoch in das Schema des Sonnenfleckenzyklus passen. "Unsere Hoffnung ist, dass die Menschen unsere Ergebnisse dazu nutzen, solche Regenphasen vorherzusagen", so Stager. Nur durch eine Vorwarnung können man schließlich vorbereitet sein. "Denn solche Regenfälle führen immer zu Erosion, Überflutungen und Krankheiten."
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