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WETTERSATELLITEN Klimamonitoring aus dem Weltall Redaktion / DWD / Eumetsat astronews.com 10. April 2007 Dass sich unser Klima ändert und dass die Menschheit daran nicht unschuldig ist, haben inzwischen auch die größten Skeptiker akzeptiert. Um mit den Konsequenzen des Klimawandels besser umgehen zu können und um Auswege aus der Klimakatastrophe zu finden, werden exakte globale Klimadaten benötigt. Im März nahm daher eine europäische Kooperation ihren Betrieb auf, die das Klima per Satellit überwachen will.
"Die Veränderung des Klimas wird einen nachhaltigen Einfluss auf unsere hochindustrialisierte Gesellschaft haben. Wir alle müssen lernen, mit den Konsequenzen dieser Klimaänderung zu leben und uns anzupassen. Ohne Beobachtungsergebnisse - also Fakten - werden die notwendigen politischen Entscheidungen, die uns der Klimawandel aufzwingt, keine breite Akzeptanz finden. Deshalb wird die flächendeckende Überwachung des Klimas durch Wettersatelliten immer wichtiger." Das erklärte Wolfgang Kusch, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Ende März bei einer Pressekonferenz in Berlin zum Start eines europäischen Projekts zum Klimamonitoring durch Satelliten. Im März 2007 nahm eine europäische Kooperation den operationellen Betrieb auf, die sich ganz auf die Überwachung des Klimas durch Satelliten konzentriert. Dieses sogenannte Klima-SAF - die Abkürzung steht für Satellite Application Facility on Climate Monitoring - leitet der DWD im Auftrag von Eumetsat, der europäischen Organisation für den Betrieb von Wettersatelliten. "Das Klima-SAF wird ermöglichen, die natürlichen und anthropogenen Klimaveränderungen zu überwachen und sowohl in ihrem zeitlichen Verlauf als auch ihrer räumlichen Auswirkung zu bewerten. Der Vorteil ist offensichtlich: Je mehr wir über unsere Umwelt und das Klima wissen, um so besser können wir uns auf Veränderungen einstellen", betonte Dr. Lars Prahm, Generaldirektor von Eumetsat. Diese Aufgabe mache aufgrund ihres Umfangs, der benötigten Expertise und der hohen Kosten eine internationale Aufgabenteilung notwendig. Gemeinsam mit seinen europäischen Kooperationspartnern - den nationalen Wetterdiensten in Belgien, Finnland, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz - hat der DWD ein operationelles System entwickelt und aufgebaut, das qualitativ hochwertige Klimaüberwachungsprodukte aus Satellitendaten bereitstellt. Im Klima-SAF werden - erstmals in Europa - routinemäßig Satellitendaten genutzt, um das weltweite Klima besser zu erfassen und zu verstehen. Das Klima-SAF bietet Produkte an, die Auskunft über wichtige Komponenten des Klimasystems liefern, wie den Strahlungshaushalt der Erde, den Wasserdampfgehalt und die Bewölkung. Die Daten des Klima-SAF tragen aber nicht nur zum so genannten Klimamonitoring bei. Sie helfen auch, die Sonnenenergie optimal zu nutzen, die Modelle der Klimaforscher zur Vorhersage des Klimas zu verbessern und insgesamt das Klimasystem besser zu verstehen. Prahm: "Damit ist die Relevanz des Klima-SAF für die aktuelle Klimadiskussion offensichtlich." Die Satellitendaten ergänzen und vertiefen die Messungen und Beobachtungen der klassischen Messnetze – wie zum Beispiel von Wetterstationen, Wetterradaranlagen oder Wetterballons. Sie können mit ihrer flächendeckenden Beobachtung aus dem Weltraum weiße Flecken auf der meteorologischen Landkarte füllen. Beispiel sind die Ozeane, wo viel zu wenige Wetterinformationen gesammelt werden oder höhere Schichten der Atmosphäre, wo mit Wetterballons nur punktuell Daten gewonnen werden können. Wichtig ist aber auch die Messung atmosphärischer Verhältnisse, die von der Erdoberfläche gar nicht erfassbar sind. Das gilt beispielsweise für die Strahlungsverhältnisse am Oberrand der Atmosphäre. Kusch: "All diese zusätzlichen Daten erweitern unsere Kenntnisse über das Klimasystem enorm – und tragen übrigens auch zur Verbesserung unserer Wetter- und Unwettervorhersagen bei." |
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2007/04/0704-005.shtml
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