Home  |  News  | Forum  |  Links  |  Kalender  | Glossar  | Frag astronews.com  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten
Home  : Nachrichten : Forschung : Artikel [Druckansicht]

 
TEILCHENPHYSIK
Schwarze Löcher im Labor?
Redaktion / idw / Universität Frankfurt
astronews.com
10. Januar 2007

Physiker der Universität Frankfurt glauben, dass sich in einem neuen Beschleunigerring am Genfer CERN auch winzige Schwarze Löcher erzeugen lassen müssten. Liegen die Wissenschaftler mit ihrer Vorhersage richtig, haben sie schon eine prestigeträchtige Anwendung parat:  Die Lösung der Energieprobleme der Welt.

Schwarzes Loch

Gibt es in der Quantenwelt auch eine Miniaturausgabe von Schwarzen Löchern? Bild: ESA / NASA

Schwarze Löcher - das müssen nicht unbedingt alles verschlingende, gigantisch schwere astronomische Objekte sein. Theoretisch könnte es auch "mini black holes" im Labor geben, die genau das Gegenteil der astronomisch gemessenen Giganten darstellen. Das folgt aus Arbeiten der Gruppe von Prof. Dr. Horst Stöcker und Prof. Dr. Marcus Bleicher am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und am Institut für Theoretische Physik, über die sie in der neuen Ausgabe von "Forschung Frankfurt" berichten. Auftreten könnten die winzigen Schwarzen Löcher, wenn im kommenden Jahr der neue Teilchenbeschleuniger am Europäischen Großforschungszentrum für Kern- und Teilchenphysik CERN bei Genf in Betrieb genommen wird.

Für die theoretische Physik wäre die Entdeckung der sehr leichten Schwarzen Löcher von großer Bedeutung. Bisher ist es nicht gelungen, die beiden erfolgreichsten Theorien des 20. Jahrhunderts - die Quantentheorie und die Relativitätstheorie - in Einklang zu bringen.

Für gewöhnlich ist das nicht störend, denn quantentheoretische Effekte machen sich im Mikrokosmos bemerkbar, während die allgemeine Relativitätstheorie bei der Beschreibung großer Massen im Makrokosmos der Sterne und Planetensysteme relevant ist. Zur Beschreibung Schwarzer Löcher, in denen sich große Massen auf engstem Raum zusammendrängen, braucht man jedoch eine Synthese beider Theorien. Die Physik Schwarzer Löcher im Quantenbereich ist somit der Schlüssel zum Verständnis des neuen Weltbilds der Elementarteilchenphysik für die Experimente am CERN.

Sollte es die vorhergesagten Mini Schwarzen Löcher geben, hat Prof. Horst Stöcker sich ihre mögliche Anwendung als "Relikt-Konverter" zur Energiegewinnung nach Einsteins berühmter Formel E=mc2 bereits patentieren lassen. Der Konverter bestünde aus dem Relikt eines Schwarzen Lochs, das einen Strahl von niederenergetischen Hadronen (Protonen, Neutronen oder ganze Kerne) in Hawking-Strahlung umwandeln könnte. Dieser Prozess würde mit einer Umwandlungseffizienz von etwa 90 Prozent ablaufen, da nur die produzierten Gravitonen und Neutrinos nicht in nutzbare Energie überführt werden könnten.

Sollte also die Erzeugung von stabilen Relikten am CERN in den kommenden Jahren gelingt, könnte mit dieser Methode der gesamte Energieverbrauch der Erde mit nur zehn Tonnen willkürlichen Materials in diesen Konvertern erzeugt werden. Die Suche nach diesen Mini-Schwarzen Löchern ist also eine lohnende Angelegenheit.

Forum
Mini-Schwarze Löcher.  Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
Links im WWW
Forschung Frankfurt 2006 - Johann Wolfgang Goethe-Universität mit Link zum Download des Artikels
In sozialen Netzwerken empfehlen
Suche | Kontakt | Hilfe
Nachrichten
Jahresrückblick 2011: Schnelle Neutrinos, letzte Flüge und neue Planeten

Forschung
GJ 667Cc: Super-Erde möglicherweise lebensfreundlich

Kepler: 26 neue Planeten in elf Systemen

Physik: Die Materie im Inneren von Gasriesen

Raumfahrt
GRAIL: Sonde filmt erdabgewandte Mondseite

Mars Science Laboratory: Sonnensturm traf auch Curiosity

DLR: Asteroidenabwehr als Schwerpunkt

Sonnensystem
NEOShield: Masterplan gegen die Asteroidengefahr

Meteoriten: Anfänge des Sonnensystems weiter im Fokus

Vesta: Kalt und dunkel genug für Eis?

Teleskope
Hubble: Porträt einer Balkenspiralgalaxie

NGC 3324: Ein poetisches Sternentstehungsgebiet

Abell 2052: Galaxienhaufen mit schwappendem Gas

Amateurastronomie
Der Sternenhimmel im Februar 2012: Sternhaufen, Planeten und ein imposanter Nebel

Sternschnuppen: Quadrantiden vor dem Maximum

Mond: Mondfinsternis am Wochenende

Google+ facebook twitter [?]
Flattr this [?]
 
Werbung
an.c Home | Nachrichten | Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Forum | Frag astronews.com | Sternenhimmel | Startrampe | TV-Guide | Veranstaltungen | Bild des Tages
Suche | AstroLinks | AstroGlossar | Über uns | Newsletter & RSS-Feeds | Werbung

Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2012. Alle Rechte vorbehalten. 
[ Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung ]
W3C
Werbung
Werbung
Werbung