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ISS
ESA-Astronaut vor Außenbordeinsatz
Redaktion / DLR
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1. August 2006

Für Thomas Reiter, den deutschen ESA-Astronauten, der seit der Mission der Raumfähre Discovery Anfang Juli zur Besatzung der Internationalen Raumstation ISS gehört, wird es am Donnerstag ernst: Zusammen mit seinem NASA-Kollegen Jeff Williams soll er während eines so genannten Weltraumspaziergangs den weiteren Aufbau der Station vorbereiten.

Weltraumspaziergang

Weltraumspaziergang während der Mission STS-114. Foto: NASA

Am 3. August um 15.55 Uhr MESZ wird ESA-Astronaut Thomas Reiter die Internationale Raumstation (ISS) für einen sechseinhalbstündigen Außenbordeinsatz verlassen. Dabei werden er und sein NASA-Kollege Jeff Williams Komponenten zur Vorbreitung des weiteren Zusammenbaus der ISS installieren und eine Anzahl von Instrumenten und Experimenten außerhalb der ISS einsatzbereit machen. Für Reiter handelt es sich um den dritten Außenbordeinsatz, die beiden ersten absolvierte er während der ESA-Mission EuroMir 95 im Jahre 1995.

Nach der erfolgreichen Discovery-Mission STS-121 Anfang Juli und der Ankunft von Thomas Reiter an Bord der ISS lebt und arbeitet nun zum ersten Mal seit Mai 2003 wieder eine dreiköpfige ständige Bordmannschaft auf der ISS. Reiters Mannschaftskollegen auf der ISS-Expedition 13 sind der russische Kommandant Pawel Winogradow und der NASA-Flugingenieur Jeff Williams.

Ein Großteil der Zeit der Bordmannschaft wird von Betriebs- und Wartungsaufgaben in Anspruch genommen. Seit dem Rückflug der Raumfähre Discovery am 15. Juli sind die Astronauten an Bord der ISS zudem mit der Durchführung von zahlreichen Experimenten in den Bereichen Lebenswissenschaften, Naturwissenschaften und Erdbeobachtung sowie Bildung und Technologiedemonstrationen beschäftigt.

Die Montagearbeiten an der ISS umfassen Vorbereitungen für die Erweiterung der Hauptgitterstruktur sowie den Anbau zusätzlicher Sonnensegel. Mit dem nächsten Raumtransporterflug STS-115, der noch während der Expedition 13 vorgesehen ist, wird der Zusammenbau der ISS fortgesetzt. Die Montage zusätzlicher Bauteile an der Gitterstruktur wird von den Mannschaften des Raumtransporters und der ISS gemeinsam durchgeführt.

Ende August wird Reiter dann Mitglied der Mannschaft Expedition 14, wenn Winogradow und Williams im Rahmen einer Sojus-Mission durch Michael Lopez-Alegria (Kommandant) und Michail Tjurin (Flugingenieur) abgelöst werden. Im Rahmen der Expedition 14 werden zwei unbemannte russische Progress-Transporter sowie die Mission STS-116 mit dem schwedischen ESA-Astronauten Christer Fuglesang an der ISS andocken.

Während Reiters Aufenthalt auf der ISS sind ein amerikanischer und ein russischer Außenbordeinsatz geplant, bei denen der weitere Ausbau der ISS im Vordergrund steht und die für den Anbau zusätzlicher Komponenten notwendigen externen Elemente sowie wissenschaftliche Außenbordexperimente vorbereitet werden sollen.

Der erste Außenbordeinsatz ist für Donnerstag, den 3. August zwischen 15.55 Uhr und 22.15 Uhr MESZ angesetzt und wird von Thomas Reiter und Jeff Williams durchgeführt. Die beiden Astronauten werden bei diesem Einsatz amerikanische Weltraumanzüge tragen, Thomas Reiter einen weißen (EV2), Jeff Williams einen rot gestreiften (EV1).

Bei ihren Außenarbeiten werden die beiden Astronauten externe Bauteile einschließlich der Potenzialmesseinrichtung (FPMU) anbringen, die zur Überwachung der elektrischen Aufladung der ISS entwickelt wurde und ein noch reibungsloseres Andocken sowie eine höhere Sicherheit bei Außenbordeinsätzen garantieren soll. Ferner werden Reiter und Williams zwei Werkstoffexperimente (MISSE 3 und 4) vorbereiten und zudem zur Vorbereitung der Gitterstrukturbauteile für künftige Montagearbeiten eine Drehgelenkmotor-Steuerung an den Wärmeradiatoren sowie eine neue Infrarotkamera zur Überwachung von verstärktem Kohlefaserverbundmaterial installieren.

Die erste halbe Stunde des Außenbordeinsatzes wird für die Druckminderung der Luftschleuse, den Ausstieg und die Vorbereitung der Arbeiten benötigt. Anschließend wird in rund zwei Stunden die FPMU montiert. Der Aufbau von MISSE 3 und 4 wird etwa eine Stunde in Anspruch nehmen. Für den Anbau der Drehgelenkmotor-Steuerung an den Wärmeradiatoren und der Infrarotkamera sowie die Inspektion des Radiator-Ventilmoduls sind noch einmal zwei Stunden vorgesehen. Die letzte halbe Stunde ist den Aufräumarbeiten und der Rückkehr in die Luftschleuse vorbehalten.

In den vergangenen Tagen waren Reiter und Williams mit den letzten Vorkehrungen für ihren Außenbordeinsatz beschäftigt. Sie bereiteten die Quest-Luftschleuse und den Kühlkreislauf der Raumanzüge vor, konfigurierten das Luftschleusensystem und stellten ihre Werkzeuge bereit. Diese umfassen einen akkubetriebenen Schraubendreher und -schlüssel mit mehreren auswechselbaren Werkzeugen zur Befestigung austauschbarer Einheiten und anderer Bauteile sowie verschiedene einziehbare oder verstellbare Halteseile, einen Müllsack und eine spezielle Rückhaltevorrichtung, mit deren Hilfe die Astronauten bei ihrer Arbeit an der gewünschten Stelle verbleiben. Zudem überprüften die Astronauten die Funktionen des Roboterarms Canadarm 2.

Mit diesem Außenbordeinsatz werden die im Rahmen der für August/September und Dezember geplanten STS-115- und STS-116-Mission durchzuführenden Montage- und Umrüstungsarbeiten am Stromversorgungssystem der ISS vorbereitet, bei denen zusätzliche Sonnensegel sowie elektrische Bauteile angebracht werden.

Der Außenbordeinsatz kann live im Internet verfolgt werden: Die ESA und das DLR stellen in einem auf Englisch und Deutsch verfassten Online-Blog die aktuellsten Informationen zum sechseinhalbstündigen Außenbordeinsatz von Thomas Reiter zur Verfügung.

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