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UKIRT
Tiefer Infrarot-Blick ins All
von Stefan Deiters
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24. Juli 2006

Britische Astronomen haben jetzt den ersten Datensatz einer aufwändigen Himmelsdurchmusterung im Infraroten veröffentlicht. Der UKIRT Infrared Deep Survey erlaubt einen ganz neuen Blick auf die kühlsten oder weit entferntesten Objekte im All. Schon die ersten Daten haben einige überraschende Ergebnisse über die Entstehung von Sternen und Galaxien geliefert.

UKIDSS Ultra-Deep Survey

Ausschnitt aus dem UKIDSS Ultra-Deep Survey mit einer roten Galaxie, die vermutlich in 12 Milliarden Lichtjahren Entfernung liegt. Das Bild ist eine Kombination von Infrarotdaten mit Daten des Subaru-Teleskops. Foto: UKIDSS Ultra-Deep Survey & Subaru Telescope [Großansicht]

Im Rahmen des UKIRT Infrared Deep Sky Survey (UKIDSS) wird derzeit ein Atlas von großen Teilen des Himmels im Infraroten und mit bislang nicht erreichter Empfindlichkeit erstellt. Die Daten stehen unmittelbar allen Astronomen der ESO zur Verfügung und können nach Ablauf von 18 Monaten auch von anderen Wissenschaftlern genutzt werden.

"Astronomen aus ganz Europa werden sich auf diese Daten stürzen", ist sich Andy Lawrence von der University of Edinburgh sicher, der den Survey leitet. "Wir bewegen uns hier in ganz neuem Gebiet. Unsere Durchmusterung ist sowohl großflächig als auch tief, so dass wir einen großen Raum abdecken. So können wir sehr seltene Objekte entdecken wie etwa die nahegelegensten kleinen Sterne und die entferntesten jungen Galaxien am Rande des Universum."

Die UKIDSS-Daten werden mit Hilfe des United Kingdom Infrared Telescope gesammelt, das auf dem Gipfel des Mauna Kea auf Hawaii steht. Die daran montierte Kamera WFCAM ist die leistungsfähigste Infrarotkamera der Welt und produziert in einer Beobachtungsnacht eine Datenmenge von rund 150 Gigabyte.

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Ein Team von Astronomen machte sich bereits einen Teil der Daten zunutze: Die Forscher schauten Nacht für Nacht auf immer dieselbe Region des Himmels, um so tiefer und tiefer ins All zu blicken. Die Fläche, die sie dabei abdeckten, entspricht etwa der vierfachen Fläche des Vollmondes am Himmel und die Forscher entdeckten in dieser Region bereits mehrere Hunderttausend Galaxien.

Unter diesen Galaxien befanden sich neun, die 12 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt waren und die wir deshalb zu einer Zeit sehen, zu der das Universum nicht viel älter ist als eine Milliarde Jahre. Allerdings scheinen die Neuentdeckungen schon recht groß zu sein, was nicht so recht zu der Theorie passen will, dass große Galaxien nach und nach durch Verschmelzen von kleineren Systemen entstanden sind.

"Wir untersuchen hier ein ungeheures Volumen des entfernten Universums", erläutert Omar Almaini von der University of Nottingham. "Dadurch können wir seltene und massereiche Galaxien aufspüren, deren Entdeckung zuvor fast unmöglich war. Zu verstehen, wie sich diese massereichen Galaxien so früh bildeten, ist so etwas wie der Heilige Gral der modernen Astronomie."

Doch nicht nur am Rande des sichtbaren Universums hoffen die Astronomen neue Entdeckungen zu machen: So beschäftigt sich ein anderes Team mit der Suche nach Braunen Zwergen, also Objekten, die zwar wie Sterne entstanden sind, doch nicht über genügend Masse verfügen, um das nukleare Feuer in ihrem Inneren zu zünden. Diese Objekte leuchten nur sehr schwach, sind aber im Infraroten zu entdecken. Die Forscher rechnen damit, mit Hilfe des UKIDSS viele Tausende von Braunen Zwergen in unserer Milchstraße aufzuspüren.

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