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ASTEROIDEN
Asteroidenkollision hüllte Erde in Staubwolke
von Rainer Kayser
25. Januar 2006

Astronomen ist es erstmals gelungen eine Verbindung zwischen Sedimentablagerungen am Meeresboden und dem Auseinanderbrechen eines Asteroiden herzustellen. Danach wurde die Erde vor rund 8,2 Millionen Jahren in eine Wolke aus interplanetarischem Staub gehüllt, was sogar Folgen für das Erdklima gehabt haben könnte.

Erde

Vor 8,2 Millionen Jahren eingehüllt in einen interplanetare Staubwolke: unsere Erde. Foto: NSSDC / NASA

Jährlich 80.000 Tonnen Staub aus dem All regneten vor 8,2 Millionen Jahren auf die Erde - rund das Vierfache der üblichen Menge. Das zeigen von amerikanischen und tschechischen Wissenschaftlern untersuchte Sedimentablagerungen am Meeresboden. Mithilfe von Computersimulationen gelang es dem Forscherteam, die Ursache des kosmischen Staubschauers ausfindig zu machen: Die Kollision eines rund 150 Kilometer großen Asteroiden mit einem anderen Himmelskörper. Die Forscher berichten in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Nature über ihre Arbeit.

"Der Zerfall von Veritas war ungewöhnlich", erläutert David Nesvorný vom Southwest Research Institute in Boulder, einer der beteiligten Forscher. "Es war die größte Asteroidenkollision in den letzten 100 Millionen Jahren." Mit dem Namen Veritas bezeichnen die Astronomen eine Familie von dreihundert kleinen Asteroiden mit Bahnen, die auf einen gemeinsamen Ursprung hindeuten. Mithilfe von Computersimulationen verfolgten Nesvorný und seine Kollegen die Bahnen der Veritas-Asteroiden zurück in die Vergangenheit. Vor 8,2 Millionen Jahren, so zeigte sich, besaßen alle diese Himmelskörper die gleiche Bahn: Offenbar ist damals ein rund 150 Kilometer großer Asteroid auseinandergebrochen.

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Auf die Spur dieser kosmischen Katastrophe kamen die Forscher durch die Untersuchung von Sedimentablagerungen der letzten 75 Millionen Jahre am Boden des Indischen Ozeans und des Atlantiks. Vor 8,2 Millionen Jahren stieg, so fanden die Wissenschaftler, die Häufigkeit des seltenen Isotops Helium-3 plötzlich stark an, um dann im Verlauf von 1,5 Millionen Jahren wieder auf seinen normalen Wert zurückzufallen. Helium-3 ist ein Indikator für Staub aus dem All. Kosmischer Staub enthält 100 Millionen Mal so viel Helium-3 wie irdischer Staub, weil er das seltene Isotop im Weltall aus dem Sonnenwind aufnimmt.

Modellrechnungen zeigen, dass sich nach der Kollision von Veritas mit einem anderen Asteroiden eine Staubwolke im Sonnensystem ausgebreitet hat. Der Staub driftete langsam in Richtung Sonne und hüllte dabei auch die Erde ein. "Der Staubschauer könnte auch das irdische Klima beeinflusst haben", meint William Bottke, ein Kollege von Nesvorný. Eine Abkühlung um 0,7 Grad sei denkbar. Die Forscher wollen nun versuchen, auch andere Schwankungen in der Helium-3-Häufigkeit in den Sedimentablagerungen auf Asteroiden-Kollisionen zurückzuführen.

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