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JAHRESRÜCKBLICK 2005
Landung auf Titan, Return to Flight und der "zehnte Planet"
von Stefan Deiters
astronews.com
30. Dezember 2005

Traditionell blickt astronews.com Ende Dezember zurück auf die Geschehnisse aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt im zu Ende gehenden Jahr. Das soll auch zum 7. Jahresende seit Gründung dieses Online-Dienstes nicht anders sein. Zu berichten gab es auch 2005 einiges - unter anderem von erfolgreichen Landungen, glücklichen Rückkehrern und neuen Planeten an überraschender Stelle.

2005

Bilder eines Jahres: Die Landung auf Titan, der erste Shuttle-Flug nach der Columbia-Katastrophe, Deep Impact und die Entdeckung des "zehnten Planeten".

Das Jahr begann mit einer kleinen astronomischen Sensation: Huckepack auf der NASA-Sonde Cassini war die ESA-Sonde Huygens ins Saturnsystem gereist und mit einem Fallschirm auf dem Mond Titan gelandet, von wo sie die ersten Bilder von der Oberfläche zur Erde sandte. Der Titan präsentierte sich als eigentümliche Welt mit flüssigem Methan und Eis-Vulkanen. Eventuell vorhandene Flüsse auf diesem Mond, dessen Atmosphäre der jungen Erdatmosphäre ähnelt, dürften in etwa den Strömen auf der Erde gleichen und doch ganz anders aussehen.

Die Space Shuttle sollten 2005 wieder ihre Arbeit zum Aufbau der ISS aufnehmen. Der für das Frühjahr geplante Neustart musste dann aber auf den Sommer verschoben werden. Doch im Juli war es endlich soweit: "Die Raumfähren fliegen wieder", jubelte man kurze Zeit, bis wieder ein Startverbot für die Shuttle-Flotte ausgerufen wurde. Beim Start war wieder ein Teil der Isolierung vom Haupttank abgefallen und hatte das Hitzeschild der Discovery beschädigt. Nach einer erfolgreichen Reparatur im All endet die Mission zur Erleichterung aller mit einer sicheren Landung. Darüber hinaus stellte die NASA ihre Pläne für den Space Shuttle-Nachfolger vor, in denen das Beste aus dem Shuttle-Programm und anderen NASA-Raketen vereinigt werden soll.

Trotz der Shuttle-Pannen ging die Arbeit auf der ISS weiter: Dank der zuverlässigen russischen Versorgung war die Raumstation immer mit einer zweiköpfigen Notbesatzung besetzt. Auch wurde zu Jahresbeginn ein deutscher Roboterarm an der ISS montiert, der kurze Zeit später seine Arbeit aufnahm. Um auch ohne Shuttle-Wartungsmission möglichst lange mit dem Hubble-Weltraumteleskop beobachten zu können, wurde dieses ab September im Zwei-Kreisel-Modus betrieben. Die Chancen für einen Reparaturmission zu Hubble sind aber unter dem neuen NASA-Administrator wieder gestiegen.

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Auch extrasolare Planeten machten 2005 wieder von sich reden: Das Weltraumteleskop Spitzer entdeckte ein Planetensystem, das um einen Braunen Zwerg entsteht und Astronomen bestätigten das erste Exoplaneten-Bild. Der Entdeckung einer zweiten Erde kam man wieder ein wenig näher und spürte einen Planeten der drei Sonnen auf. Mit fast jedem neu entdeckten extrasolaren Planeten gibt es für die Astronomen neue Überraschungen.

Trotzdem ist die reine Entdeckung eines neuen Planeten um eine ferne Sonne nichts wirklich Besonderes mehr. Genauso wurden schon viele verschiedene Kuiper-Gürtel-Objekte jenseits der Neptunbahn aufgespürt und die Entdeckung eines weiteren Objektes durch Mike Brown und sein Team wäre eigentlich nichts besonderes gewesen. Doch war 2003 UB313 größer als Pluto und damit nach Ansicht der Entdecker kein Kuiper-Gürtel-Objekt mehr, sondern der zehnter Planet. Die PR-Strategie ging auf, der Medienrummel war gewaltig, auch wenn mancher Astronom und auch astronews.com nicht richtig überzeugt waren (Meinung: Viel Lärm um ein neues Kuiper-Gürtel-Objekt). Inzwischen stellte man auch fest, dass 2003 UB313 einen Mond hat. Die IAU will sich allerdings mit einer Entscheidung über den Planetenstatus Zeit lassen. Auch Pluto, von vielen eher als Kuiper-Gürtel-Objekt gehandelt, legte inzwischen nach: Hubble entdeckt zwei neue Monde um den neunten Planeten.

Erfolge für die ESA und ihre Ariane-Flotte: Die neue leistungsstarke Variante der Ariane 5 absolviert im Februar ihren erfolgreichen Jungfernflug. Gerade rechtzeitig zum 30. Geburtstag von Europas Weltraumorganisation. Doch nicht alles lief 2005 glatt: Die Mission Cryosat, mit der die Polarregionen der Erde untersucht werden sollten, stürzte im Oktober am Nordpol ab. Mehr Freunde bereitete da die Sonde Mars Express: Sie entdeckte einen zugefrorenen See auf dem Mars und es gelang endlich das MARSIS-Radar in Betrieb zu nehmen, das nach Wasser suchen soll. Zudem verlängerte man die Mission der europäische Marssonde um ein Marsjahr. Als unverwüstlich erwiesen sich auch die Mars Exploration Rover der NASA. Sie erkunden nach wie vor den roten Planeten.

Die Sonde Deep Impact, schoss im Juli ein Projektil auf dem Kometen Tempel 1. Die Analyse der Daten ergab, dass Kometen eher ein eisiger Staubball sind und nicht - wie gedacht - ein schmutziger Schneeball. Die Japaner wollten mit ihrer Sonde Hayabusa den Asteroiden Itokawa unter der Lupe nehmen, hatten aber mit Problemen zu kämpfen, so dass die geplante Entnahme von Proben wohl nicht gelang.

Was geschah noch im Jahr 2005? Astronomen entdeckten eine Galaxie ohne Sterne und erkannten, dass unsere Nachbargalaxie Andromeda dreimal größer ist als bislang angenommen. Über Berlin wurde Anfang 2005 eine Feuerkugel gesichtet und um den Asteroiden 87 Sylvia zwei Monde entdeckt. Ein Mini-Satellit aus Würzburg namens UWE-1 war im All erfolgreich und Astronomen lösten das Rätsel der kurzen Gammastrahlenblitze. Schließlich stellte sich heraus, dass es noch eine ganze Zeit dauern wird, bis man mit einem Weltraumfahrstuhl in einen Orbit fahren kann.

Sicherlich wird auch das Jahr 2006 manche interessante Nachricht aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt bereithalten: Der Start zum Pluto, der zweite Return-to-Flight-Flug eines Space Shuttles und damit vielleicht bald der Weiterbau der Internationalen Raumstation sowie die Ankunft von Venus Express, die 2005 zu unserer Nachbarplaneten Venus gestartet war. Über dies und vieles mehr wird astronews.com auch im nächsten Jahr berichten und bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre faszinierende Arbeit, durch die eine Nachrichtenseite wie astronews.com erst möglich wird.

Unseren Leserinnen und Lesern danken wir für die Treue und wünschen für das Jahr 2006 alles Gute.

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