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CHANDRA
Supernova beleuchtet eigene Vergangenheit
von Rainer Kayser
23. August 2005

Mit Hilfe des Röntgenteleskop Chandra blickten Astronomen in die Vergangenheit der Supernova 1987A. Diese erhellt im wahrsten Sinne des Wortes ihre eigene Geschichte und erlaubt so einen Rückblick in jene Zeit, als der massereiche Stern einen heftigen Wind ins All blies. Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über das Leben massereicher Sterne.



Chandra (unten) und Hubble-Aufnahme des Supernova-Überrestes 1987A. Die Chandra-Aufnahme stammt vom Januar 2005. Bild: NASA / CXC / PSU / S. Park & D. Burrows (Röntgenbild) / NASA / STScI / CfA / P.Challis (optisch)

Vor 18 Jahren explodierte in der Großen Magellanschen Wolke, 160.000 Lichtjahre von uns entfernt, ein großer Stern. Jetzt konnten die Astronomen beobachten. wie die Schockwelle der Explosion die Wand der Blase erreicht, die der Stern in den Jahrmillionen zuvor mit seinem "Sternwind" in der ihn umgebenden interstellaren Materie geschaffen hat. Aus der weiteren Ausbreitung der Schockwelle in dem dichteren Gas erhoffen sich die Forscher nun neue Erkenntnisse über die Vergangenheit des explodierten Sterns.

"Die Supernova 1987A erhellt sozusagen ihre eigene Vergangenheit", freut sich der amerikanische Astronom Richard McCray, der mit seinem Team die Ausbreitung der Schockfront mit dem Röntgensatelliten Chandra beobachtet hat. Der Stern besaß vor seiner Explosion etwa die 20-fache Masse unserer Sonne und hatte seinen Kernbrennstoff verbraucht.

Bereits lange vor seinem dramatischen Ende hat der Stern einen Teil seiner Materie in einem heißen, energiereichen "Wind" in den Weltraum abgeblasen. Dieser Sternenwind hat das umgebende Gas nach außen gedrängt und so einen blasenförmigen Hohlraum um den Stern geschaffen. Auf die äußere Grenze dieses Hohlraums ist nun die von der Sternexplosion ausgelöste Schockfront getroffen und heizt dort das Gas auf mehrere Millionen Grad auf.

Dadurch erstrahlt das Gas im Röntgenlicht und wird für den Satelliten Chandra sichtbar. Die Aufnahmen zeigen einen Ring extrem heißen Gases und eine perlenartige Struktur. Diese Perlen, so genannte "hot spots", deuten auf fingerförmige Strukturen hin, die von der Blasenwand ins Innere des Hohlraums reichen. Die Astronomen hoffen, dass sie mit Chandra weitere Strukturen entdecken können, wenn sich die Schockfront in dem dichteren Gas ausbreitet. Auf diese Weise ließe sich die Geschichte des Sternenwinds über mehrere Millionen Jahre hinweg quasi im Rückwärtsgang verfolgen.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2005/08/0508-018.shtml

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