Vor 18 Jahren explodierte in der Großen Magellanschen Wolke, 160.000
Lichtjahre von uns entfernt, ein großer Stern. Jetzt konnten die Astronomen
beobachten. wie die Schockwelle der Explosion die Wand der Blase erreicht, die
der Stern in den Jahrmillionen zuvor mit seinem "Sternwind" in der ihn
umgebenden interstellaren Materie geschaffen hat. Aus der weiteren Ausbreitung
der Schockwelle in dem dichteren Gas erhoffen sich die Forscher nun neue
Erkenntnisse über die Vergangenheit des explodierten Sterns.
"Die Supernova 1987A erhellt sozusagen ihre eigene Vergangenheit", freut sich
der amerikanische Astronom Richard McCray, der mit seinem Team die Ausbreitung
der Schockfront mit dem Röntgensatelliten Chandra beobachtet hat. Der
Stern besaß vor seiner Explosion etwa die 20-fache Masse unserer Sonne und hatte
seinen Kernbrennstoff verbraucht.
Bereits lange vor seinem dramatischen Ende hat der Stern einen Teil seiner
Materie in einem heißen, energiereichen "Wind" in den Weltraum abgeblasen.
Dieser Sternenwind hat das umgebende Gas nach außen gedrängt und so einen
blasenförmigen Hohlraum um den Stern geschaffen. Auf die äußere Grenze dieses
Hohlraums ist nun die von der Sternexplosion ausgelöste Schockfront getroffen
und heizt dort das Gas auf mehrere Millionen Grad auf.
Dadurch erstrahlt das Gas im Röntgenlicht und wird für den Satelliten
Chandra sichtbar. Die Aufnahmen zeigen einen Ring extrem heißen Gases und
eine perlenartige Struktur. Diese Perlen, so genannte "hot spots", deuten auf
fingerförmige Strukturen hin, die von der Blasenwand ins Innere des Hohlraums
reichen. Die Astronomen hoffen, dass sie mit Chandra weitere Strukturen
entdecken können, wenn sich die Schockfront in dem dichteren Gas ausbreitet. Auf
diese Weise ließe sich die Geschichte des Sternenwinds über mehrere Millionen
Jahre hinweg quasi im Rückwärtsgang verfolgen.