Unsere Milchstraße ist eine typische Spiralgalaxie. Oder doch nicht? Neue
Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Spitzer zeigen ein anderes Bild
der Milchstraße: Sie besitzt in ihrem Zentrum eine 27.000 Lichtjahre lange
Balkenstruktur. Eine solche Struktur war zwar schon von vielen Astronomen
vermutet worden. Doch die Daten von Spitzer liefern nicht nur den bislang
überzeugendsten Beweis für die Existenz des Sternenbalkens. Sie zeigen auch,
dass der Balken erheblich größer ist als von den Forschern erwartet.
Die Positionen von 30 Millionen Sternen haben die Forscher um Ed Churchwell
von der University of Wisconsin-Madison mit dem Spitzer-Teleskop
vermessen, um die Struktur der inneren Milchstraße zu bestimmen. Spitzer
ist ein Infrarot-Teleskop und infrarote Strahlung vermag im Gegensatz zum
sichtbaren Licht die Staubwolken in der Milchstraße zu durchdringen. So kann
Spitzer ein klareres Bild von der Zentralregion der Milchstraße liefern als
optische Teleskope.
Die Beobachtungen zeigen eine 27.000 Lichtjahre große balkenförmige Struktur
aus überwiegend alten, roten Sternen, die sich durch den Mittelpunkt der Galaxis
zieht. Damit ist der Balken 7.000 Lichtjahre größer als bislang angenommen.
Erstmals konnte auch die Orientierung der Struktur gemessen werden: Der Balken
bildet einen Winkel von 45 Grad relativ zur Verbindungslinie
Sonne-Milchstraßenzentrum.