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CASSINI
Ein See aus Methan auf Titan?
von Rainer Kayser
1. Juli 2005

Forscher der NASA haben am Südpol des Saturnmondes Titan eine dunkle Struktur entdeckt, bei der es sich möglicherweise um einen See aus Methan handelt. Das auf Bildern der Raumsonde Cassini sichtbare Gebilde besitzt eine weiche, küstenähnliche Begrenzungslinie und ähnelt keiner anderen Geländeformation, die bislang von den Wissenschaftlern auf Titan entdeckt wurde. Der See ist 230 Kilometer lang und 70 Kilometer breit.

Titan

Die dunkle Struktur auf der Oberfläche des Titan könnte ein See aus Methan sein, glauben die Forscher.
Foto: NASA / JPL /Space Science Institute

"Das ist definitiv der beste Kandidat, den wir bislang für einen See aus flüssigen Kohlenwasserstoffen auf Titan haben", freut sich Alfred McEwen von der University of Arizona, der an der Bildauswertung der Cassini-Mission beteiligt ist. Und seine Teamkollegin Elizabeth Turtle ergänzt: "Sein Rand ähnelt erstaunlich den Küstenlinien großer Seen auf der Erde, die durch Erosion und Ablagerungen geprägt werden."

Der See befindet sich in der Nähe des Südpols von Titan, der wolkenreichsten Region auf dem Saturnmond. Dort sind nach Ansicht der Forscher auch Methan-Regenfälle am wahrscheinlichsten. Seit langem spekulieren die Wissenschaftler darüber, dass es auf Titan Flüsse und Seen geben könnte, die allerdings nicht aus Wasser, sondern hauptsächlich aus flüssigem Methan bestehen würden. Auch die Aufnahmen der europäischen Landekapsel Huygens hatten Strukturen auf der Titanoberfläche gezeigt, die Flussläufen und Küstenlinien ähneln. Doch ein definitiver Nachweis für Kohlenwasserstoff-Gewässer auf dem Saturnmond steht bislang aus.

Auch für den See am Südpol gibt es noch alternative Erklärungen. "Vielleicht war dort einst ein See, der jedoch ausgetrocknet ist", erklärt Turtle, "was wir jetzt sehen, sind nur noch die zurück gebliebenen, dunklen Ablagerungen." Möglich ist auch, dass es sich schlicht um eine Senke handelt, die mit dunklerem Material angefüllt ist. Weitere Beobachtungen der Struktur durch die Raumsonde Cassini könnten helfen, ihre Beschaffenheit zu klären. So wollen die Wissenschaftler nach etwaigen Reflektionen der Sonnenstrahlung an der Oberfläche des Sees Ausschau halten.

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