"Das ist definitiv der beste Kandidat, den wir bislang für einen See aus
flüssigen Kohlenwasserstoffen auf Titan haben", freut sich Alfred McEwen von der
University of Arizona, der an der Bildauswertung der Cassini-Mission
beteiligt ist. Und seine Teamkollegin Elizabeth Turtle ergänzt: "Sein Rand
ähnelt erstaunlich den Küstenlinien großer Seen auf der Erde, die durch Erosion
und Ablagerungen geprägt werden."
Der See befindet sich in der Nähe des Südpols von Titan, der wolkenreichsten
Region auf dem Saturnmond. Dort sind nach Ansicht der Forscher auch
Methan-Regenfälle am wahrscheinlichsten. Seit langem spekulieren die
Wissenschaftler darüber, dass es auf Titan Flüsse und Seen geben könnte, die
allerdings nicht aus Wasser, sondern hauptsächlich aus flüssigem Methan bestehen
würden. Auch die Aufnahmen der europäischen Landekapsel Huygens hatten
Strukturen auf der Titanoberfläche gezeigt, die Flussläufen und Küstenlinien
ähneln. Doch ein definitiver Nachweis für Kohlenwasserstoff-Gewässer auf dem
Saturnmond steht bislang aus.
Auch für den See am Südpol gibt es noch alternative Erklärungen. "Vielleicht
war dort einst ein See, der jedoch ausgetrocknet ist", erklärt Turtle, "was wir
jetzt sehen, sind nur noch die zurück gebliebenen, dunklen Ablagerungen."
Möglich ist auch, dass es sich schlicht um eine Senke handelt, die mit dunklerem
Material angefüllt ist. Weitere Beobachtungen der Struktur durch die Raumsonde
Cassini könnten helfen, ihre Beschaffenheit zu klären. So wollen die
Wissenschaftler nach etwaigen Reflektionen der Sonnenstrahlung an der Oberfläche
des Sees Ausschau halten.