Planeten können auch dann entstehen, wenn die heiße Strahlung von
Riesensternen in der Umgebung den protoplanetarischen Scheiben um junge Sterne
Gas und Staub entreißt. Das zeigen jüngste Messungen des Staubgehalts solcher
Scheiben in der Sternentstehungsregion Orion. Vier der 23 von den Forschern
untersuchten protoplanetarischen Scheiben enthalten genug Staub zur Bildung von
Planetensystemen.
"Die Frage ist, wie viel Staub den Scheiben entrissen wird und wie viel um
den jungen Stern zurück bleibt", erläutert David Wilner vom Harvard-Smithsonian
Center for Astrophysics in Cambridge. Er und sein Kollegen haben die Gas- und
Staubscheiben mit dem Submillimeter Array auf dem Mauna Kea in Hawaii
untersucht, "dem einzigen Teleskop, das derzeit in der Lage ist, die Menge an
Staub in den Orion-Scheiben zu messen."
Der Orion-Nebel ist die uns am nächsten gelegene Sternentstehungsregion. In ihrem Zentrum, dem so genannten Trapez, befinden sich über Tausend junge,
heiße Riesensterne, die ihre Umgebung in eine Strahlenhölle verwandeln. In den
1990er Jahren hatten Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble gezeigt, dass
die intensive Strahlung der Riesensterne den Gas- und Staubscheiben um kleinere
Sterne in der Umgebung beständig Material entreißt.
Die neuen Messungen von Wilner und seinen Kollegen zeigen nun, dass zumindest
ein Teil der Sterne genügend Material in seiner Umgebung halten kann, um daraus
ein Planetensystem zu formen. Hinzu kommt, dass massereiche Riesensterne nur
wenige Millionen Jahre leben. Danach verbessern sich die Bedingungen für die
Entstehung von Planeten ohnehin.
Die Forscher glauben, dass ihre Beobachtungen nur "die Spitze des Eisbergs"
zeigen und bessere Beobachtungen künftig auch in anderen protoplanetarischen
Scheiben genügend Material zur Planetenentstehung aufspüren.