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MIRA
Wunderbare Einsicht in Doppelsternsystem
von Rainer Kayser
4. Mai 2005

Astronomen gelang es jetzt erstmals, einen direkten Blick in ein Doppelsternsystem zu werfen, dessen Partner sich so eng umrunden, dass sie Materie austauschen. Dazu nutzten die Forscher das NASA-Röntgenteleskop Chandra und visierten ein "wunderbares" Objekt an: den Riesenstern Mira A und dessen Begleiter Mira B im Sternbild Walfisch.

Mira A und B

Chandra-Aufnahme von Mira A (rechts) und B. Foto: NASA / CXC / SAO / M. Karovska et al.

Mira A und B

So könnte das beobachtete System aussehen. Bild: CXC / M. Weiss
 

Amerikanischen Forschern ist erstmalig ein Röntgenbild zweier Sterne gelungen, die so eng beieinander stehen, dass sie miteinander Materie austauschen. Die mit dem Röntgensatelliten Chandra gewonnene Aufnahme zeigt deutlich den Riesenstern Mira A, die Materiescheibe um den ihn umkreisenden Zwergstern Mira B und den Gasstrom zwischen beiden Sternen. Zur Überraschung der Astronomen zeigt auch der Riesenstern Ausbrüche von Röntgenstrahlung.

"Bislang dachten wir, die gesamte Röntgenstrahlung käme von der heißen Materiescheibe um den Weißen Zwerg", erklärt Margarita Karovska vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, "deshalb war die Entdeckung eines Röntgenausbruchs auf dem Riesenstern eine Überraschung für uns."

Mira, auch die "Wunderbare" genannt, ist ein auffälliger Stern im Sternbild Walfisch. In einem Zyklus von rund 330 Tagen steigt und fällt seine Helligkeit so stark, dass er mal als heller Stern erscheint und mal mit bloßem Auge völlig unsichtbar ist. Der Hauptstern Mira A ist ein Roter Riese der 600 mal so groß ist wie unsere Sonne und stark pulsiert - daher die Helligkeitsänderungen.

Mira B dagegen ist ein etwa erdgroßer Weißer Zwerg. Mit seiner Schwerkraft entreißt der Zwergstern dem Roten Riesen Materie, die sich dann in einer heißen Akkretionsscheibe ansammelt. Es ist das erste Mal, dass die Astronomen diesen Vorgang direkt beobachten können. Die Astronomen erhoffen sich deshalb aus der Beobachtung von Mira Fortschritte im Verständnis ähnlicher Doppelsterne, die miteinander in Wechselwirkung stehen und Materie austauschen.

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