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SEDNA
Das Geheimnis des fehlenden Mondes
von Rainer Kayser
6. April 2005

Sedna, das größte bislang entdeckte Objekt im Kuiper-Gürtel, fasziniert gleichsam Astronomen und Öffentlichkeit. Unter anderem rätselte die Wissenschaft über ein Jahr lang, warum bei der eisigen Welt kein Mond zu entdecken war, obwohl sich Sedna scheinbar nur sehr langsam um die eigene Achse dreht. Neue Beobachtungen haben nun dieses Geheimnis gelöst: Es gab nie einen Mond und Sedna dreht sich deutlich schneller als ursprünglich angenommen.

Sedna

Hypothetischer Blick von der Oberfläche Sednas auf das Sonnensystem und die Sonne. Bild: NASA / ESA / Adolf Schaller

Mit einem Durchmesser von 1.600 Kilometern ist Sedna das größte Objekt des Kuiper-Gürtels jenseits der Neptun-Bahn. Sedna ist in mehrfacher Hinsicht rätselhaft: Unter anderem dachten die Astronomen bislang, der Himmelskörper rotiere extrem langsam. Eine solche langsame Eigendrehung ließe sich nur durch die Bremswirkung eines Mondes erklären - doch selbst mit dem Weltraumteleskop Hubble konnten die Forscher keinen Trabanten von Sedna aufspüren (astronews.com berichtete). Nun ist zumindest dieses Rätsel gelöst: Neue Beobachtungen amerikanischer Himmelsforscher zeigen, dass der Kleinplanet schneller als bislang gedacht rotiert - und folglich auch keinen Mond zur Abbremsung braucht.

"Wir haben für Sedna das Problem des fehlenden Mondes gelöst. Der Mond ist nicht verschwunden, sondern er war nie da", erklärt Scott Gaudi vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, einer der beteiligten Forscher. Die neuen Messungen von Gaudi und seinen Kollegen zeigen, dass Sedna sich alle zehn Stunden einmal um sich selbst dreht. Eine solche Rotationsdauer ist typisch für Kleinplaneten. Bislang dachten die Astronomen, die Rotationsdauer betrage 20 Tage. "Wir haben gezeigt, dass zumindest Sednas Eigendrehung völlig normal ist", so Gaudi.

Doch Sedna bleibt für die Forscher in anderer Beziehung ein Rätsel. So ist seine Umlaufbahn extrem elliptisch und seine Farbe ungewöhnlich rot für einen Körper im Kuiper-Gürtel. Die eisigen Himmelskörper in dieser Zone, die sich von der Bahn des Planeten Neptun bis weit über die Plutobahn hinaus ins All erstreckt, sind Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Sonnensystems. Einige Astronomen sehen in Pluto keinen echten Planeten, sondern lediglich den größten Himmelskörper des Kuiper-Gürtels. Andere Forscher glauben, im Kuiper-Gürtel könne es noch viele bislang unentdeckte Himmelskörper geben, die von ihrer Größe her Sedna und Pluto Konkurrenz machen können.

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siehe auch
Sedna: Mysteriöser Planetoid hat keinen Mond - 15. April 2004
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Links im WWW
Sedna (2003 VB12), Michael Browns Sedna-Seite
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