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EINSTEIN@HOME Millionen PCs sollen nach Gravitationswellen suchen von Rainer Kayser 4. Februar 2005 Millionen Computerbenutzer helfen im Rahmen des SETI@home-Projektes bei der Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenz. Jetzt wollen sich auch Gravitationswellen-Forscher die Rechenleistung privater PC-Besitzer zunutze machen, stehen sie doch vor einem ähnlichen Problem wie das SETI-Team: Ihre Detektoren liefern zwar enorme Datenmengen, doch das meiste davon ist Rauschen.
Über eine Million Computerbesitzer sollen den Forschern künftig bei der Suche nach Gravitationswellen helfen. Die mit zwei kilometergroßen Detektoranlage in den USA gemessenen Daten sollen in Pakete aufgeteilt an PCs überall auf der Welt geschickt und dort in Arbeitspausen von einem als Bildschirmschoner agierenden Programm analysiert werden. Anschließend schickt der PC das fertige Datenpaket an die Forscher zurück. "Es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen: 99,99 Prozent unserer
Daten sind Rauschen", beschreibt der Physiker Bruce Allen das Problem der
Gravitationswellen-Sucher. Gravitationswellen sind Störungen der Raumzeit, die
durch sich rasch bewegende große Massen abgestrahlt werden Ein direkter Nachweis von Gravitationswellen steht allerdings bis heute aus. Diesen wollen die Physiker mit den beiden Detektoren des Laser Interferometer Gravitational Wave Observatories LIGO führen. In jeweils zwei senkrecht zueinander stehenden, vier Kilometer langen Armen messen Laserstrahlen seit 2000 winzigste Abstandsänderungen, wie Gravitationswellen sie verursachen. Längenschwankungen so klein wie ein Atom-Durchmesser kann LIGO noch messen. Das Problem: Es gibt ein Vielzahl von störenden Schwingungen, die ebenfalls zu Längenänderungen in den Detektorarmen führen. Dieses Rauschen herauszufiltern und nach echten Änderungen der Raumzeit zu suchen, überfordert die Computer von LIGO. "Einstein@home" soll nun helfen: das verteilte Rechnen auf Millionen von PCs. Das Verfahren ist SETI@home nachempfunden, einem Projekt bei dem seit 1999 mehr als fünf Millionen Computernutzer nach Signalen außerirdischer Intelligenzen suchen. Auch für die Klima-Modellierung und die Berechnung von Protein-Faltungen setzen Wissenschaftler inzwischen auf die Mithilfe von PC-Besitzern. Der Einstein@home-Bildschirmschoner soll noch in diesem Monat auf der Website des Projekts erhältlich sein. |
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