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HUYGENS Portrait eines unbekannten Mondes von Stefan Deiters astronews.com 17. Januar 2005 Die ersten Bilder vom Saturnmond Titan begeisterten am Wochenende Menschen auf der ganzen Welt: Erstmals war ein Blick auf Titans bislang durch eine dichte Atmosphäre verdeckte Oberfläche möglich. Die von Huygens gesendeten Daten übertrafen die Erwartungen vieler Forscher - obwohl nicht alles bei der Datenübertragung klappte.
Inzwischen konnten die ersten Bilddaten, die schon in der Nacht von Freitag auf Samstag in einer Rohform veröffentlicht wurden, gründlicher bearbeitet werden: Das Ergebnis ist die erste Farbaufnahme von der Oberfläche des Saturnmondes. Dazu wurde das Schwarz-Weiß-Bild der Kamera mit Informationen des Spektrometers an Bord der Sonde ergänzt. Auch konnte man durch genauere Analyse weiterer Informationen über Position und Lage der Sonde mehr über die Größe der auf dem Bild erkennbaren Objekte sagen: Was man ursprünglich für Eisbrocken gehalten hatte, sind eher kleine Kiesel: So haben die beiden größeren "Brocken" unterhalb der Bildmitte einen Durchmesser von 15 (links) beziehungsweise 4 Zentimetern und befinden sich in einem Abstand von etwa 85 Zentimeter von Huygens. Die Oberfläche des Mondes scheint dunkler zu sein als ursprünglich gedacht und dürfte vermutlich aus einer Mischung aus Wassereis und Eis von Kohlenwasserstoff-Verbindungen bestehen. Auf Aufnahmen, die während des Sinkfluges von Huygens gemacht wurden, sind hellere und dunklere Bereiche auf dem Mond zu erkennen, sowie Landschaftsformationen, die nach Abflusskanälen aussehen. Ob in den dunklen Gebieten noch flüssiges Material vorhanden ist, ist unklar. Die Sonde selbst ist offenbar in einer Region niedergegangen, die eventuell vor nicht allzu langer Zeit selbst überflutet war. Unter einer dünnen Kruste hätte sich nämlich ein Material befunden, dass in etwa nassem Sand gleicht. Die Wissenschaftler, die inzwischen auch Audiodaten vom Titan veröffentlicht haben, sind im Großen und Ganzen äußerst zufrieden mit dem Verlauf der Mission. Allerdings ist bei der Datenübertragung von Huygens ein Kanal ausgefallen. Viele Instrumente haben ihre Daten auf beiden Kanälen gesendet, doch nicht alle. So dürften vermutlicht nur rund 350 Aufnahmen von Titan empfangen worden sein und nicht - wie ursprünglich geplant - 700. Der Fehler, so die ESA in einer ersten Analyse, sei vermutlich auf einen menschlichen Irrtum zurückzuführen. |
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