Bei ihrem Vorbeiflug an der Erde im Jahr 1999 konnte Cassini die von
Blitzen ausgesendete Radiostrahlung bis in eine Entfernung von 89.200 Kilometern
wahrnehmen. Bei ihrem Anflug auf Saturn dagegen registrierte die Sonde bereits
aus einer Entfernung von 161 Millionen Kilometern elektrische Entladungen in der
Atmosphäre des Planeten. "Das bedeutet, dass die Radiosignale von Saturns
Blitzen eine Million Mal stärker sind als die der irdischen Blitze", erläutert
der Leiter des Forscherteams, Donald Gurnett von der University of Iowa.
"Das ist wirklich erstaunlich!"
Nachdem Cassini im Juli in eine Umlaufbahn um den Saturn eingeschwenkt
war, hatten die Forscher außerdem die Rotationsdauer des Planeten anhand seiner
Radiostrahlung bestimmt. Es ergab sich ein Wert von 10 Stunden und 45 Minuten -
6 Minuten mehr als bei ähnlichen Messungen der Voyager-Sonden in den
Jahren 1980 und 1981. Da große Gasplaneten wie Saturn und Jupiter keine feste
Oberfläche besitzen und ständig von dichten Wolken verhüllt sind, lässt sich
ihre Rotation nicht anhand von markanten Einzelheiten auf den Planeten
bestimmen.
Die Abnahme der Rotationsgeschwindigkeit stellt die Wissenschaftler vor ein
Rätsel. Möglicherweise ähnelt das Magnetfeld Saturns mehr dem Magnetfeld der
Sonne als dem der Erde. Die Sonne nämlich zeigt eine differentielle Rotation:
Sie rotiert am Äquator schneller als in höheren Breiten. Auf der Sonne
verschieben sich die magnetischen Aktivitätszentren im Laufe eines elfjährigen
Zyklus vom Äquator zu höheren Breiten. Ähnlich könnte sich auch beim Saturn seit
den Vorbeiflügen der Voyager-Sonden der Teil des Magnetfelds, der für die
Radiostrahlung verantwortlich ist, verlagert haben, vermuten die Forscher.