Noch bis in die jüngste Vergangenheit sind im Universum große Galaxien
entstanden. Das zeigen Aufnahmen des amerikanischen Satellitenteleskops
Galaxy Evolution Explorer, kurz GALEX. Bislang dachten die
Astronomen, große Galaxien seien nur in der Frühzeit des Kosmos vor über zehn
Milliarden Jahren entstanden. Seither, so das bisherige Szenario, habe sich die
Galaxienentstehung zu kleineren Sternsystemen hin verlagert.
Auf den GALEX-Aufnahmen spürten die Forscher jedoch über dreißig große Galaxien
in zwei bis vier Milliarden Lichtjahren Entfernung auf, die nur wenige hundert
Millionen Jahre alt sind.
"Jetzt können wir die Vorfahren unserer Milchstraße besser als jemals zuvor
studieren", freut sich Timothy Heckman von der Johns Hopkins University in
Baltimore, einer der an den Beobachtungen beteiligten Forscher. "Es ist, als ob
wir ein Fossil in unserem Vorgarten gefunden hätten! Wir glaubten bisher, diese
Art der Galaxien sei lange ausgestorben - nun zeigt sich, dass es immer noch neu
geborene Galaxien im Universum gibt."
Der am 28. April 2003 gestartete GALEX-Satellit soll den Astronomen
mit seinen Aufnahmen einen Überblick über die Entstehungs- und
Entwicklungsgeschichte der Galaxien vom Urknall bis in die heutige Ära des
Kosmos liefern (astronews.com berichtete). Mit seinem 50 Zentimeter großen Teleskop hat er bereits Tausende
von Galaxien untersucht. Darunter fanden die Astronomen auch die neugeborenen
Galaxien. Sie strahlen im ultravioletten Bereich zehnmal heller als unsere
Milchstraße - ein sicheres Indiz für die massive Entstehung junger Sterne und
damit zugleich ein Zeichen für die relative Jugend der Sternsysteme.