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JAHRESRÜCKBLICK 2004
Rover auf dem Mars, private Flüge ins All und Rendezvous mit dem Planeten der Ringe
von Stefan Deiters
astronews.com
31. Dezember 2004

Traditionell blickt astronews.com am letzten Tag des Jahres zurück auf die Geschehnisse aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt im zu Ende gehenden Jahr. Das soll auch am 6. Jahresende seit Gründung dieses Online-Dienstes nicht anders sein. Warum auch - gab es doch auch 2004 einiges zu berichten.

Das Jahr 2004 brachte für die NASA endlich einmal wieder die ersehnten Erfolge und damit positive Schlagzeilen. Gleich im Januar setzten die beiden Mars-Rover Spirit und Opportunity auf dem Mars auf und begannen mit der Erkundung des roten Planeten. Dabei verlief am Anfang nicht alles ganz nach Plan. Der zu erst gelandete Rover Spirit sendete eine Zeit lang nicht mehr als ein Piepsen Richtung Erde, konnte aber bald zu voller Funktionsfähigkeit wiederbelebt werden. Die Rover, die auch nach fast einem Jahr Einsatz auf dem Mars - und damit nach dem rund Vierfachen der ursprünglich geplanten Missionsdauer - funktionsfähig sind, erreichten das Ziel ihrer Mission äußerst schnell: Den Nachweis, dass es einmal flüssiges Wasser auf dem Mars gab. Opportunity entdeckte als Wasserindikatoren das Mineral Hämatit und fotografierte runde Kiesel - die Forscher waren begeistert.

Erfolgreich waren auch die Europäer auf dem Mars, wenn auch der Verlust des kleinen Beagle 2-Landers schmerzte: Mars Express, und hier insbesondere die in Deutschland entwickelte Stereokamera, lieferte immer wieder eindrucksvolle Aufnahmen vom roten Planeten. Von Mars Express kam auch die Nachricht, dass erstmals direkt Wasser auf dem Mars nachgewiesen worden sei - ein Fund, den die NASA sofort etwas schnippisch mit dem Satz "das haben wir doch schon längst festgestellt" kommentierte. Ohne Konkurrenz geht es auch in der Raumfahrt nicht. Darüber hinaus konnte die ESA im Januar endlich ihrer Rosetta-Mission in Richtung des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko auf den Weg schicken.

Auch 2004 fand kein einziger Flug einer US-Raumfähre statt: Die Space Shutte blieben nach der Katastrophe der Columbia im Februar 2003 am Boden. Die Internationale Raumstation ISS war zur Versorgung auf die russischen Sojus-Raketen angewiesen, die auch die Austauschmannschaft im Halbjahresrhythmus zur ISS brachten. Doch die neu entwickelten Sicherheitsrichtlinien für künftige Shuttle-Flüge könnten ein unerwartetes Opfer haben: das Hubble-Weltraumteleskop. Weil eine weitere Service-Mission zu Hubble es nicht erlauben würde, im Notfall zur ISS zu fliegen, wurde die Mission ganz gestrichen. Hubble ist so auf sich allein gestellt und dürfte den Betrieb eher einstellen müssen als ursprünglich geplant war.

Ungetrübt war die Freude Mitte des Jahres: Die Saturnsonde Cassini erreichte mit dem ESA-Titanlander Huygens im Huckepack den Ringplaneten Saturn und lieferte eindrucksvolle Aufnahmen des Ringplaneten und erste Daten vom mysteriösen Saturnmond Titan. Zu Weihnachten gelang auch das Abkoppelmanöver von Huygens und Cassini, so dass nun beide Sonde getrennt Wege gehen.

Doch Raumfahrt betreiben nicht nur NASA, ESA und einige andere nationale Raumfahrtagenturen: 2004 war das Jahr der privaten Raumfahrt-Pioniere: Bis zu diesem Jahr hatten wohl nicht sonderlich viele vom X-Preis gehört, doch als sich ein amerikanisches Team mit dem SpaceShipOne anschickte, diesen zu gewinnen, wurde die allgemeine Presse aufmerksam: Zwei Mal gelang es dem Team innerhalb von 14 Tagen einen Menschen mit einem wieder verwendbaren Raumfahrzeug an die Grenze des Weltalls in 100 Kilometer Höhe zu bringen - und sicher wieder zurück. Das war 10 Millionen Dollar wert. Für das Team sicherlich nur ein Bruchteil der Entwicklungskosten, die zum großen Teil von Microsoft Mitbegründer Paul Allan getragen wurden. Der Erfolg gab der Idee der Urlaubsflüge ins All ganz neuen Antrieb: Virgin-Boss Richard Branson sicherte sich schon einmal die Rechte für Kurztrips ins All und verkauft bereits Tickets für "Virgin Galactic".

Doch nicht alles lief glatt im zu Ende gehenden Jahr: Eine Probe von der Sonne, sollte die Raumkapsel Genesis zur Erde zurückbringen und die NASA hatte mit Stuntmen aus Hollywood und einigem Medienrummel den Einfang der Proben mit Hubschraubern über der Wüste von Utah geplant. Doch die Kapsel mit den Proben segelte nicht wie vorgesehen am Fallschirm zur Erde, sondern schlug ungebremst in den Wüstensand ein. Trotz dieser Panne am Ende ist das Genesis-Team aber nach wie vor optimistisch, einen großen Teil der mit den Proben vorgesehenen Forschung durchführen zu können.

Natürlich wurden 2004 auch wieder neue extrasolare Planeten entdeckt: Die Europäische Südsternwarte glaubt sogar ein erstes direktes Bild eines Exoplaneten gemacht und zudem eine ganz neue Klasse von Planeten aufgespürt zu haben. Die NASA fand wenige Tage später auch eine ganz neue Klasse von Planeten, die verblüffend denen der ESO ähnelten. Der Fund der Konkurrenz wurde allerdings von der NASA in der Pressemitteilung nicht erwähnt.

Sicherlich wird auch das Jahr 2005 manche interessante Nachricht aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt bereithalten: So wird noch in der ersten Jahreshälfte mit der Wiederaufnahme der Space Shuttle-Flüge gerechnet, so dass der Weiterbau der Internationalen Raumstation nicht mehr zu lange auf sich warten lassen sollte. Gleich im Januar wird der Titanlander Huygens auf dem mysteriösen Saturntrabanten niedergehen und Cassini dürfte weitere eindrucksvolle Aufnahmen aus dem Saturnsystem senden. Über dies und vieles mehr wird astronews.com auch im nächsten Jahr berichten und bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre faszinierende Arbeit, durch die eine Nachrichtenseite wie astronews.com erst möglich wird.

Unseren Leserinnen und Lesern danken wir für die Treue und wünschen für das Jahr 2005 alles Gute.

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