Entdeckt wurde der Komet C/2004 Q2 von dem bekannten amerikanischen Kometenjäger
Donald E. Machholz, Jr. am 27. August diesen Jahres. Es war nicht sein erster
Komet. Zwischen 1978 und 1994 hatte er schon neun andere gefunden. Aber seitdem
hatte er 1457 Stunden erfolglos nach seiner Nummer zehn verbracht, bis er den
Kometen Machholz am Morgenhimmel mit seinem 15cm-Spiegelteleskop im Sternbild
Eridanus aufspürte. Es stellte sich dann heraus, dass der Schweifstern schon
früher fotografiert worden war. Am 27. Mai hielt ihn der australische Amateur
Vello Tabur im Bild fest und schon vorher, am 15. Mai, den bekannten
österreichischen Amateurastronomen Michael Jäger und Gerald Rhemann. Doch keiner
von ihnen hatte ihn auf diesen Aufnahmen bemerkt. Immerhin war damit klar, dass
der Komet seine Helligkeit nicht erst kürzlich gesteigert hatte, sondern sich
normal verhielt.
Komet Machholz wird seinen kleinsten Abstand zur Sonne am 24. Januar erreichen
und sich ihr bis auf 180 Millionen Kilometer nähern. Da er aber am 5. Januar mit
etwa 52 Millionen Kilometer der Erde relativ nahe kommt, wird er zum
Jahreswechsel auch für das bloße Auge sichtbar sein. Letzte Bahnberechnungen
zeigen, dass er in rund 120.000 Jahren einmal die Sonne umrundet.
Seit seiner Entdeckung blieb der Komet Machholz immer etwas über der
prognostizierten Helligkeit. Setzt er dieses Verhalten fort, wird er Anfang 2005
am hellsten und ohne Hilfsmittel leicht an einem wirklich dunklen Himmel zu
finden sein. Künstliche Lichtquellen wie Straßenlaternen sollte man unbedingt
meiden. Schon jetzt – Mitte Dezember – liegen Beobachtungen vor, nach denen er
am dunklen Nachthimmel mit dem freien Auge beobachtet werden kann.
Zur Zeit bewegt sich Komet Machholz tief am südlichen Himmel im Sternbild
Eridanus, rechts unterhalb des Sternbilds Orion. In den nächsten Wochen wandert
er, immer schneller werdend, steil nach Norden in Richtung der Sternbilder Stier
und Perseus. Zu Weihnachten steht er gegen 22 Uhr 30 etwa 35 Grad über dem
Horizont im Süden und kann mit meinem Fernglas problemlos beobachtet werden.
Allerdings beeinträchtigt der Vollmond den Anblick etwas. Erst nach Silvester
wird sein Einfluss genügend zurück gegangen sein, um nicht mehr zu stören.