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ZUKUNFTSPLÄNE
Der neue Wettlauf zum Mond
von Rainer Kayser
26. November 2004

Der gute alte Mond ist in den kommenden zehn Jahren das Ziel einer Vielzahl von Raumsonden: Die USA, Europa, Japan, China und Indien beteiligen sich an einem neuen Wettrennen um die Erforschung und Erschließung des Erdtrabanten. Forscher und Vertreter der Weltraumbehörden präsentierten jetzt auf einer internationalen Fachtagung in Indien ihre Pläne.

Erde und Mond

Wieder im Fokus der Raumfahrt-Nationen: der Erdmond. Foto: NSSDC/NASA

Die USA planen für 2008 einen ersten Mond-Orbiter, 2010 gefolgt von zwei robotischen Mondlandefähren, die Bodenproben zur Erde zurück bringen sollen - unter anderem aus dem südpolaren Aitken Bassin, dem größten und ältesten Krater des Mondes. Ab 2015 sollen dann auch wieder Menschen auf dem Erdtrabanten landen. Diesmal soll es im Gegensatz zu den Apollo-Missionen nicht bei kurzzeitigen Aufenthalten auf dem Mond bleiben: Die Amerikaner planen eine permanent besetzte Mondstation.

Ab 2020 wollen auch die Europäer bemannte Flüge zum Mond unternehmen, bereits ab 2014 soll zur Vorbereitung ein "Roboterdorf" entstehen, um die Nutzung lunarer Ressourcen zu testen. Zur Vorbereitung sind für 2008 und 2010 Flüge unbemannter Sonden zum Mond geplant.

Aber auch die "jüngeren" Weltraum-Nationen greifen nun nach dem Erdtrabanten. Bereits 2007 will die Volksrepublik China ihren ersten Mond-Orbiter ins All schießen, 2010 sollen zwei unbemannte Landungen erfolgen, darunter wie bei den Amerikanern eine Sample-Return-Mission. Indien plant für 2008 den Start einer Sonde, die ein Projektil in die Mondoberfläche schießen soll. Ein oder zwei weitere Missionen könnten bis 2015 folgen. Die Japaner wollten bereits in diesem Jahr ihre Mission Lunar-A auf den Weg schicken, die auch ein kleines Landemodul enthält, im kommenden Jahr sollte ein weiterer Mond-Orbiter folgen. Doch eine Serie von Fehlschlägen, technische Probleme und finanzielle Engpässe machen den Fortgang des japanischen Mondforschungsprogramms gegenwärtig unsicher.

Keine Pläne für Forschungssonden oder gar bemannte Flüge zum Mond hat gegenwärtig die ebenfalls von finanziellen Plänen geplagte russische Weltraumbehörde. Doch das amerikanische Unternehmen Constellation Services International hat Pläne für Touristenflüge zum Mond mit russischen Sojus-Kapseln entwickelt und sondiert gegenwärtig in Russland die Möglichkeiten zur Realisierung dieser Ideen. Ein Rundflug zum Mond - ohne Landung - mit einer umgebauten Sojus-Kapsel würde danach etwa 100 Millionen Dollar kosten.

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