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CASSINI Weitere Rätsel um Saturnmond Titan von Rainer Kayser 29. Oktober 2004 In etwas mehr als zwei Monaten soll der Titanlander Huygens auf dem geheimnisumwitterten Saturntrabanten landen. Ein naher Vorüberflug von Cassini an Titan vor einigen Tagen war daher von besonderem Interesse. Eine erste Analyse der Daten verwirrt die Forscher allerdings erneut: Sind manche Theorien über die Titanatmosphäre vielleicht falsch?
Die Auswertung der beim Vorbeiflug der Raumsonde Cassini am Saturnmond Titan gesammelten Daten liefert den Forschern immer neue Rätsel. Eine erste Radarkarte von der Oberfläche zeigt möglicherweise Seen aus Methan - aber auch rätselhafte helle Linien. Und eine Analyse der Wolken über dem Südpol des Mondes zeigt, dass sie entgegen den Erwartungen der Wissenschaftler nicht aus Methan, sondern aus größeren Partikeln bestehen müssen. "Ich kann es nicht glauben", erklärt NASA-Forscher Chris McKay verblüfft. "Wenn diese Wolken nicht aus Methan bestehen, dann sind viele der Dinge falsch, die wir über Titan geglaubt haben. Unsere ganze Erklärung, warum es diese Wolken gibt, ist falsch." Vielleicht bestehen die Wolken aus organischen Substanzen, spekuliert McKay. Aber es gibt weder eine Erklärung dafür, wie diese größeren Partikel in die obere Atmosphäre des Saturnmondes aufsteigen können, noch, warum sich diese Wolken ausgerechnet über dem Südpol des Himmelskörpers bilden. Cassini hat bei ihrem Vorbeiflug am 26. Oktober auch einen 150 mal 250 Kilometer großen Streifen der Titanoberfläche mit einem Radargerät abgetastet. Auf dem Radarbild zeigen sich helle und dunkle Regionen. Bei den dunklen Gebieten könnte es sich nach Ansicht der Forscher um Seen aus Methan und Ethan handeln, da Flüssigkeiten Radarstrahlen weniger gut reflektieren. Keine Erklärung haben die Wissenschaftler bislang für lang gestreckte helle Linien, die sich oftmals durch die dunkleren Zonen hindurch ziehen. |
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