Die Auswertung der beim Vorbeiflug der Raumsonde Cassini am Saturnmond
Titan gesammelten Daten liefert den Forschern immer neue Rätsel. Eine erste
Radarkarte von der Oberfläche zeigt möglicherweise Seen aus Methan - aber auch
rätselhafte helle Linien. Und eine Analyse der Wolken über dem Südpol des Mondes
zeigt, dass sie entgegen den Erwartungen der Wissenschaftler nicht aus Methan,
sondern aus größeren Partikeln bestehen müssen.
"Ich kann es nicht glauben", erklärt NASA-Forscher Chris McKay verblüfft.
"Wenn diese Wolken nicht aus Methan bestehen, dann sind viele der Dinge falsch,
die wir über Titan geglaubt haben. Unsere ganze Erklärung, warum es diese Wolken
gibt, ist falsch." Vielleicht bestehen die Wolken aus organischen Substanzen,
spekuliert McKay. Aber es gibt weder eine Erklärung dafür, wie diese größeren
Partikel in die obere Atmosphäre des Saturnmondes aufsteigen können, noch, warum
sich diese Wolken ausgerechnet über dem Südpol des Himmelskörpers bilden.
Cassini hat bei ihrem Vorbeiflug am 26. Oktober auch einen 150 mal 250
Kilometer großen Streifen der Titanoberfläche mit einem Radargerät abgetastet.
Auf dem Radarbild zeigen sich helle und dunkle Regionen. Bei den dunklen
Gebieten könnte es sich nach Ansicht der Forscher um Seen aus Methan und Ethan
handeln, da Flüssigkeiten Radarstrahlen weniger gut reflektieren. Keine
Erklärung haben die Wissenschaftler bislang für lang gestreckte helle Linien,
die sich oftmals durch die dunkleren Zonen hindurch ziehen.