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MARS EXPRESS
Staubteufel im südlichen Mars-Hochland
Redaktion
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28. Oktober 2004

Die Sonde Mars Express sandte unlängst Bilder von Staubteufeln, Kratern und Dünen im südlichen Mars-Hochland Promethei Terra zur Erde. Die Aufnahmen entstanden mit Hilfe der deutschen Stereokamera HRSC mit einer Auflösung von 14 Metern pro Bildpunkt.

Promethei Terra

Eine am Computer erstellte 3D-Ansicht des Gebiets in Promethei Terra östlich des großen Hellas-Einschlagbeckens. Foto: ESA / DLR / FU Berlin (G. Neukum)
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Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene, hochauflösende Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Mission Mars Express fotografierte in Orbit 368 einen Teil des südlichen Hochlands des Mars mit einer Auflösung von 14 Metern pro Bildpunkt. Die Abbildungen zeigen ein Gebiet in Promethei Terra östlich des großen Hellas-Einschlagbeckens. Das Bildzentrum liegt bei 42 Grad südlicher Breite und 118 Grad östlicher Länge.

Die glatte Oberfläche im Süden des Gebiets ist auf eine alles bedeckende, zum Teil viele Meter dicke Schicht zurückzuführen, die alle Formen verhüllt. Diese Schicht besteht vermutlich aus Staub oder vulkanischer Asche. Auch junge Einschlagkrater verlieren schnell ihre deutlichen Konturen, da sie schnell mit diesem lockeren Material aufgefüllt werden oder das instabile Material der Kraterränder schnell wegbricht oder abrutscht. An den Scheiteln der Kraterränder ist die Schicht durchbrochen. Diese Staubschicht verleiht der Bildszene einen leicht unscharfen Eindruck, obwohl das Bild mit höchster Auflösung aufgenommen wurde und sehr feine Details wiedergibt.

Der große Krater hat einen Durchmesser von 32 Kilometer und ist teilweise bis zu 1200 Meter tief. Der dunkle Kraterboden entstand wahrscheinlich durch Ausblasungen des lockeren Materials, das sich dann in südlicher Richtung zu einer dicken Schicht ansammeln konnte.

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Die zahlreichen dunklen Spuren in nordwestlicher und westlicher Richtung stammen von so genannten Staubteufeln. Diese Luftwirbel wehen die oberste, durch ihre Wechselwirkung mit der Atmosphäre etwas anders gefärbte Staubschicht weg und legen den darunterliegenden Boden frei. Die von den Staubteufeln hinterlassenen Spuren können mehr als zwanzig Kilometer lang sein und heben sich als dunkle Linien von der Umgebung ab.

Die Staubteufel sind nicht an morphologische Grenzen gebunden, ihre Spuren gehen über die Kraterränder hinweg. Auch in der dicken Staubschicht im südlichen Teil des Kraters können die Spuren der Staubteufel erkannt werden; durch die Dicke der Schicht werden hier aber keine dunkleren Materialien freigelegt. Die Spuren zeigen deutlich zwei verschiedene Hauptzugrichtungen der Staubteufel, die in nordwestlich-südöstlicher beziehungsweise in östlich-westlicher Richtung verlaufen. Die Spuren der Staubteufel sind kurzlebige Zeugen der aktuellen atmosphärischen Aktivität an der Oberfläche des Mars, die zu einem großen Teil in der Bewegung von Staub durch Wind besteht.

Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hat, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 45 Co-Investigatoren aus 32 Instituten und zehn Nationen.

Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut. Die Kamera wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Hier erfolgt auch die systematische Datenprozessierung. Die hier gezeigten Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin erstellt. 

siehe auch
Mars Express - Missionsseite bei astronews.com
Mission Mars
- die astronews.com-Berichterstattung über die Erforschung des roten Planeten
siehe auch
Mars Express, Homepage der ESA
DLR Mars Express, deutsche Seiten des DLR
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