Home  |  News  | Forum  |  Links  |  Kalender  | Glossar  | Frag astronews.com  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten
Home  : Nachrichten : Sonnensystem : Artikel  [Druckansicht]

 
MARS
Der rote Planet vor vier Milliarden Jahren
von Rainer Kayser
23. September 2004

Vor vier Milliarden Jahren besaß der Mars eine dichte Atmosphäre, ein warmes Klima und saure Ozeane - ideale Bedingungen für die Entstehung von Leben. Zu diesem Schluss kommt ein Team spanischer und amerikanischer Planetenforscher in einer jetzt im Fachblatt Nature veröffentlichten Studie. Das Modell der Forscher erklärt auch, warum das Kohlenstoffdioxid der jungen Marsatmosphäre sich heute nicht in Form kohlenstoffhaltiger Mineralien im Marsboden aufspüren lässt.

Mars

Der rote Planet Mars.
Foto: NSSDC / NASA

"Das aufregende an unserem Modell ist, dass sich das Kohlenstoffdioxid sehr lange in der Atmosphäre halten konnte und so durch den Treibhauseffekt den Mars für einen sehr langen Zeitraum warm halten konnte", erläutert Alberto Fairen von der Universidad Autónoma de Madrid. Da die amerikanischen Marssonden Global Surveyor und 2001 Mars Odyssey nur sehr wenig kohlenstoffhaltige Karbonate auf der Oberfläche des roten Planeten nachweisen konnten, waren die Marsforscher in letzter Zeit von der Vorstellung lange, lebensfreundlicher Wärmeperioden in der Geschichte des Planeten abgerückt.

In dem neuen Modell von Fairen und seinen Kollegen spielen die Ozeane eine wichtige Rolle. Durch einen hohen Gehalt an Eisen- und Schwefelsalzen waren die Ozeane stark übersäuert. Die Chemie in dieser sauren Umgebung verhinderte, dass sich das in den Ozeanen gelöste Kohlendioxid in mineralischer Form ablagern konnte. Als sich die Ozeane später in der Geschichte des Planeten zurückbildeten, wurde das Kohlendioxid wieder in die dünner werdende Atmosphäre freigesetzt und entwich überwiegend ins Weltall.

Mit seiner sauren Chemie gleichen die Marsozeane im Modell von Fairen und seinen Kollegen stark dem ungewöhnlichen Fluss Rio Tinto in Spanien. Der Fluss verdankt seinen Namen der rötlichen Farbe seines Wassers, das wie die frühen Marsozeane reich an gelöstem Eisen und Schwefel ist. Der Rio Tinto ist ein reichhaltiges Reservoir exotischer Bakterien, Hefen und Pilze, die sich auf das Überleben in dieser sauren Umgebung spezialisiert haben.

siehe auch
Mission Mars - die astronews.com-Berichterstattung über die Erforschung des roten Planeten
Suche | Kontakt | Hilfe
Nachrichten
Forschung
Chandra: Neue Methode zum "Wiegen" Schwarzer Löcher

Sterne: Rotation beeinflusst Form des Magnetfelds

Relativitätstheorie: Doppelter Pulsar bestätigt Einstein

Raumfahrt
ISS: Die Zukunft der ISS

SmallGEO: Neuartige Ionentriebwerke zur Lageregelung

Mars Express: Rendezvous mit Phobos

Sonnensystem
Deep Impact: Kleiner blauer Punkt im All

SOHO: Sonnensonde findet 1500. Kometen

Sonne: Ruhige Sonne nicht ungewöhnlich

Teleskope
Spitzer: Zweithellster Stern der Milchstraße entdeckt?

Hubble: Das Alter von NGC 6791

Spitzer: Stellarer Babyboom im jungen Universum

Amateurastronomie
Jupiter: Gasriese in Opposition

Mondfinsternis: Roter Mond am frühen Morgen

Venus: Amateure unterstützen Venus Express

Bookmarken bei
Diesen Artikel bookmarken bei Webnews Diesen Artikel bookmarken bei Mister Wong Diesen Artikel bookmarken bei Google Diesen Artikel bookmarken bei yigg.de Diesen Artikel bookmarken bei furl Diesen Artikel bookmarken bei del.icio.us
 
an.c Home | Nachrichten | AstroNews4U | AstroLinks | AstroGlossar | Frag astronews.com
Forum | Sternenhimmel | Startrampe | TV-Guide | Bild des Tages | Suche | Über uns
Impressum | Werbung
 | Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2008. Alle Rechte vorbehalten.  [ Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung ] W3C
 
Werbung
Werbung
Werbung