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GENESIS
Spektakuläres Missionsende über Utah
von Stefan Deiters
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8. September 2004

Die Szenen dürften denen eines Hollywood-Spektakels gleichen, wenn heute Nachmittag die Mission Genesis der NASA über der Wüste des US-Bundesstaates Utah zu Ende geht: Drei Jahre lang hatte die Sonde winzige Teilchen des Sonnenwindes eingefangen und heute sollen diese in einer Kapsel zur Erde zurückkehren. Erwartet wird diese von zwei Hubschraubern, die die Probe in der Luft einfangen und dann sanft zur Erde zurückbringen sollen.

Genesis-Einfang

Ein Hubschrauber soll heute Nachmittag die Genesis-Kapsel mit Proben des Sonnenwindes einfangen. Bild: NASA

"Die Genesis-Mission, deren Aufgabe es war, eine kleine Probe der Sonne einzufangen und zur Erde zurückzubringen, ist eine Mission ganz im Geiste der NASA: eine gewagte Mission, die fundamentale neue Erkenntnisse verspricht", so Steven Brody, der bei der NASA für die Genesis-Mission verantwortlich ist. Morgen nimmt diese Mission über der Wüste von Utah ihr dramatisches Ende: Die Wiedereintrittskapsel, mit der die Proben des Sonnenwindes zur Erde zurückkehren, soll noch in der Luft von einem Hubschrauber eingefangen werden. Auf diese Weise will man verhindern, dass die Proben bei einer harten Landung auf der Erde Schaden nehmen.

"Das ist schon ein ganz wertvoller Fang", meint auch Dr. Don Burnett vom California Institute of Technology. "Unsere Sonde hat fast 27 Monate weit außerhalb des Mondorbits zugebracht und dort Atome eingefangen, die von der Sonne stammen. Mit diesen Proben sollten wir in der Lage sein, die Zusammensetzung der Sonne mit bislang unerreichter Präzision zu bestimmen."

Damit auch der letzte und entscheidende Teil der Genesis-Mission gelingt und die wertvolle Probe des Sonnenwindes unbeschadet die Laboratorien erreicht, setzen die Wissenschaftler ganz auf Fachleute: "Die Hubschrauber-Piloten sind schon in den bekanntesten Hollywood-Filmen geflogen", so Don Sweetnam, Genesis-Projektmanager am NASA Jet Propulsion Laboratory. "Aber dieses Mal wird die Genesis-Kapsel der unbestrittene Star sein."

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Die Rückkehr-Kapsel, mit der die NASA erstmals wieder seit den Apollo-Missionen außerirdisches Material zur Erde zurückbringt, wird in 33 Kilometern Höhe einen ersten Fallschirm ausbringen. Sechs Minuten später - und in 6,1 Kilometern Höhe - wird sich der Hauptfallschirm entfalten. Auf diesen Moment warten zwei Hubschrauber mit einer jeweils dreiköpfigen Besatzung. Aus einem der Hubschrauber wird dann ein mehrere Meter langer Fangarm ausgebracht, mit dessen Hilfe die Kapsel eingefangen werden kann. In einigem Abstand wartet ein zweiter Hubschrauber, falls der erste Versuch nicht erfolgreich war. Insgesamt, so glauben die Flugexperten, bleibt Zeit für fünf Einfangversuche.

Der erfolgreiche Hubschrauber wird die Kapsel dann zu einem US-Armeestützpunkt bringen, wo sie zunächst in einem Reinraum gelagert und von dort später in ein NASA-Labor gebracht wird. Dort dürfte sie die Forscher einige Jahre beschäftigen. Die Genesis-Sonde war im August 2001 gestartet worden (astronews.com berichtete) und hatte außerhalb des Erdmagnetfeldes, am so genannten ersten Lagrange-Punkt, wo sich die Gravitationskräfte von Erde und Sonne die Waage halten, Partikel des Sonnenwindes einfangen. Aus der Analyse der Teilchen erwarten sich die Forscher  Auskunft über so manche spannende Frage: Woraus genau besteht die Sonne, sind die Planeten aus dem gleichen Stoff entstanden und warum unterscheidet sich die Erde von den anderen Planeten?

siehe auch
Genesis: Eine Schnellstraße durch das Sonnensystem - 18. Juli 2002
Genesis: Raumsonde hat Ziel erreicht - 19. November 2001
Genesis: Startverzögerung für Sonnenwind-Sammler - 30. Juli 2001
siehe auch
Genesis, Seiten der NASA
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