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SCHWARZE LÖCHER
Hawkings neue Theorie und eine verlorene Wette
von Hans Zekl
für astronews.com
4. August 2004

Schwarze Löcher gehören mit zu den faszinierendsten aber auch zu den kompliziertesten Objekten im All. Sogar ein theoretischer Physiker vom Schlage eines Stephen Hawking kann sich da einmal irren. Dieser erklärte unlängst auf einer Konferenz in Dublin seine frühere Theorie für fehlerhaft und gab bekannt, dass er jetzt aber das lange bestehende Problem der Schwarzen Löcher gelöst hätte. Seine Kollegen sind allerdings skeptisch.

Schwarzes Loch

Gibt ein Schwarzes Loch Informationen wieder her? Stephen Hawking meint ja. Bild: ESA / NASA

Die Frage, was mit der Information geschieht, wenn sie in ein Schwarzes Loch gerät, gehört zu den grundlegendsten Fragen der modernen Physik. Im 19. Jahrhundert wurde der Energiesatz entdeckt, nach dem Energie weder erzeugt noch vernichtet werden kann. Vielmehr wird sie nur von einer Form in eine andere umgewandelt. Im 20. Jahrhundert kamen immer mehr Physiker zu dem Schluss, dass dies auch für die Information gelten muss. Wenn dies stimmt, handelt es sich hierbei um eines der wichtigsten physikalischen Gesetze.

Aber Schwarze Löcher schienen sich nicht daran zu halten. Wenn etwas in sie hinein fällt, nimmt ihre Masse zu. Aber die Information darüber, was für ein Objekt aufgenommen wurde, geht anscheinend verloren. Jahrzehnte lang diskutierte die Fachwelt über dieses Problem, bis in 1970er Jahren Stephen Hawking und einige seiner Kollegen, darunter Kip Thorne vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, zeigten, dass Schwarze Löcher die Information zerstören. Andere Wissenschaftler wie John Preskill (Caltech) hielten dagegen. Ihrer Meinung nach gäbe es einen – noch unbekannten – Ausweg. 1997 schlossen Hawking und Thorne mit Preskill eine Wette ab. Der Gewinner erhält vom Verlierer eine Enzyklopädie seiner Wahl, aus der er jederzeit Information entnehmen kann.

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Auf der Konferenz in Dublin gestand Hawking nun seine Niederlage ein. Er fand einen Weg, wie Informationen im Schwarzen Loch erhalten bleiben und auch an das Universum zurückgegeben werden. Die Informationen sind zwar schwer wieder zu erkennen, aber dennoch vorhanden. Gleichzeitig bedeutet diese Erkenntnis aber auch, dass Schwarze Löcher keine Tore zu einem anderen Universum sein können, wie Hawking es einst selbst vorgeschlagen hatte.

Kollegen wie John Friedman, Physiker an der Universität Wisconsin, haben allerdings ihre Zweifel, ob die von Hawking verwendeten mathematischen Methoden richtig sind: Gerade bei Problemen der Gravitationstheorie, liefern sie oft schwer zu lösende Gleichungen und auch unendlich große Ergebnisse. Möglicherweise ist Hawkings Lösung nur scheinbar korrekt und in Wirklichkeit nur ein Effekt des verwendeten Algorithmus.

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