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CASSINI Titans ungewöhnliche Dunstglocke von Stefan Deiters astronews.com 30. Juli 2004 Einen Tag nach dem Vorüberflug der Saturnsonde Cassini an Titan Anfang Juli machte die Sonde eine eindrucksvolle Aufnahme des Mondes, die eine zweischichtige Dunstglocke zeigt, die den Trabanten umgibt. Die aus einer Entfernung von 798.000 Kilometer gewonnene Aufnahme ist ein wichtiges Element zum Verständnis der Vorgänge in der Atmosphäre des Saturnmondes.
Aufnahmen wie das jetzt veröffentlichte Bild des Titan und von der ihn umgebenden Dunstglocke sind wichtig, um die Entstehung des Dunstschleiers um den Saturntrabanten zu verstehen. Die Titanatmosphäre besteht hauptsächlich aus Stickstoff., enthält aber auch Spuren von Methan. Durch photochemische Prozesse ermöglichst sie die Entstehung von Dunst. Die Forscher vermuten, dass die Prozesse, die zur Entstehung der Dunstglocke führen, in einer Höhe von rund 400 Kilometern beginnen. Hier kann die ultraviolette Strahlung Methan und Stickstoffmoleküle zerstören, die sich dann zu komplexeren organischen Strukturen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff verbinden können. Diese kleinen Teilchen werden dann als Dunstschicht sichtbar. In der Ultraviolett-Aufnahme wurden die Farben so verändert, dass Titan selbst in seiner natürlichen Farbe erscheint. Die beiden Dunstschichten wurden violett eingefärbt um ihre Sichtbarkeit zu verbessern. Warum es hier zwei deutlich getrennte Schichten in der Dunstglocke gibt, ist den Forschern bislang nicht klar. Sie hoffen da auf weitere Vorüberflüge von Cassini an Titan. Schon der Vorüberflug im Oktober wird die Sonde 30-mal näher an den mysteriösen Saturnmond bringen als der erste Vorüberflug. Das Studium von Titan gehört mit zu den Hauptaufgaben der Cassini-Mission, die gemeinsam von der NASA und der europäischen Weltraumagentur ESA betrieben wird. Inerhalb der nächsten vier Jahre soll die Sonde insgesamt 45 Mal am Saturnmond vorüberfliegen - in Anständen bis zu unter 1.000 Kilometern. Der Titanlander Huygens wird am 25. Dezember von Cassini abgekoppelt werden, um dann im Januar 2005 in die Atmosphäre des Titan einzutauchen. |
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