Aufnahmen wie das jetzt veröffentlichte Bild des Titan und von der ihn
umgebenden Dunstglocke sind wichtig, um die Entstehung des Dunstschleiers um den
Saturntrabanten zu verstehen. Die Titanatmosphäre besteht hauptsächlich aus
Stickstoff., enthält aber auch Spuren von Methan. Durch photochemische Prozesse
ermöglichst sie die Entstehung von Dunst. Die Forscher vermuten, dass die
Prozesse, die zur Entstehung der Dunstglocke führen, in einer Höhe von rund 400
Kilometern beginnen. Hier kann die ultraviolette Strahlung Methan und
Stickstoffmoleküle zerstören, die sich dann zu komplexeren organischen
Strukturen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff verbinden können. Diese
kleinen Teilchen werden dann als Dunstschicht sichtbar.
In der Ultraviolett-Aufnahme wurden die Farben so verändert, dass Titan selbst
in seiner natürlichen Farbe erscheint. Die beiden Dunstschichten wurden violett
eingefärbt um ihre Sichtbarkeit zu verbessern. Warum es hier zwei deutlich
getrennte Schichten in der Dunstglocke gibt, ist den Forschern bislang nicht
klar. Sie hoffen da auf weitere Vorüberflüge von Cassini an Titan. Schon
der Vorüberflug im Oktober wird die Sonde 30-mal näher an den mysteriösen
Saturnmond bringen als der erste Vorüberflug.
Das Studium von Titan gehört mit zu den Hauptaufgaben der Cassini-Mission,
die gemeinsam von der NASA und der europäischen Weltraumagentur ESA betrieben
wird. Inerhalb der nächsten vier Jahre soll
die Sonde insgesamt 45 Mal am Saturnmond vorüberfliegen - in Anständen bis zu
unter 1.000 Kilometern. Der Titanlander
Huygens wird am 25. Dezember von Cassini abgekoppelt
werden, um dann im Januar
2005 in die Atmosphäre des Titan einzutauchen.