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CHANDRA
Heißes Gas im Zentrum der Milchstraße
von Rainer Kayser
25. Juni 2004

Amerikanische Astronomen haben mit Hilfe des Röntgenteleskop Chandra viele Millionen Grad heißes Gas im Zentrum unserer Milchstraße aufgespürt. Der Fund gelang, nachdem alle zuvor entdeckten Röntgenquellen aus den Aufnahmen entfernt wurden. Erklären können sich die Wissenschaftler die Existenz dieses heißen Gases allerdings nicht.



Chandra-Aufnahme des Zentrums der Milchstraße. Das Teleskop konnte viele Röntgenquellen wie etwa Neutronensterne identifizieren. Mysteriös bleibt aber das diffuse Röntgenleuchten, das sich von der oberen linken Bildecke bis zur unteren rechten Ecke erstreckt. Foto: NASA / CXC / UCLA / MIT / M.Muno et al. [Großansicht]

Durch das Zentrum unserer Milchstraße wirbelt Gas mit einer Temperatur von 100 Millionen Grad. Das zeigen jüngste Messungen des amerikanischen Röntgensatelliten Chandra. Die Astronomen stehen vor einem Rätsel: Welche Energiequelle heizt das Gas im galaktischen Zentrum auf diese hohe Temperatur auf?

"Offenbar gibt es gewaltige Lücken in unserem Verständnis der Energiequellen im galaktischen Zentrum", gesteht Michael Muno von der University of California in Los Angeles. Gemeinsam mit Kollegen hat Muno die 100 Lichtjahre große Zentralregion unserer Milchstraße mit dem Röntgensatelliten Chandra unter die Lupe genommen.

In aufwändiger Kleinarbeit mussten die Forscher 2357 punktförmige Röntgenquellen aus den Chandra-Bildern entfernen: Schwarze Löcher, Neutronensterne, Weiße Zwergsterne und fern im Hintergrund stehende Galaxien. Zurück blieb ein gleichmäßiger Röntgenschein, der sich am besten als Strahlung einer 10 Millionen Grad heißen Gaswolke erklären lässt, die wiederum in eine größere, 100 Millionen Grad heiße Gaswolke eingebettet ist.

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Das Problem: Die Schwerkraft aller Objekte im Milchstraßen-Zentrum reicht nicht aus, um eine Gaswolke so hoher Temperatur festzuhalten - innerhalb von 10.000 Jahren würde sie sich auflösen. Eine kurze Zeit im Vergleich zum Alter der Milchstraße von rund zehn Milliarden Jahren. Demnach müsste ständig heißes Gas neu in die Region einströmen. Tatsächlich könnte dieses Gas zwar von den vielen Sternen in der Zentralregion der Milchstraße stammen - doch die Astronomen kennen bislang keine geeignete Energiequelle, die das Gas auf die beobachteten enormen Temperaturen aufheizen könnte.

Links im WWW
Chandra, Seite an der Harvard Universität
Chandra, Seite der NASA
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