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RAPID EYE
Jeden Tag ein Bild von jedem Punkt der Erde
Redaktion
astronews.com
22. Juni 2004

Eine private Firma will im Jahr 2007 fünf Satelliten in eine Erdumlaufbahn bringen, die jeden Tag ein Bild von jedem beliebigen Punkt der Erde machen sollen. Die Daten, so die Hoffnung, dürften für viele Betriebe interessant sein - etwa zur Ernteplanung. Mit einer Investition von knapp 15 Millionen Euro hat sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nun die wissenschaftliche Nutzung der Daten gesichert.



Das Satellitensystem Rapid Eye soll ab 2007 detaillierte Daten von der Erde liefern. Bild: Rapid Eye AG

Erstmals investiert ein deutsches Privatunternehmen in großem Umfang in ein Raumfahrtprojekt. Es wird dabei unterstützt durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und durch das Land Brandenburg. Das DLR hat mit der Rapid Eye AG einen Kooperationsvertrag in öffentlich-privater Partnerschaft geschlossen und sich mit seiner Investition von 14,7 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die wissenschaftliche Nutzung der Daten gesichert. In Brandenburg sollen 140 Arbeitsplätze im Bereich Raumfahrt entstehen.

Nach Abschluss der Finanzierung des Rapid-Eye-Systems kann der Einstieg in eine neue Qualität von Erderkundungs-Datenservices beginnen. Das Satellitensystem Rapid Eye umfasst fünf Satelliten mit optischen Kameras, die erstmals in der Lage sein werden, hohe Wiederholraten und damit eine hohe Aktualität der Informationsprodukte zu gewährleisten. Es wird täglich von jedem Punkt der Erde eine Aufnahme machen können. Sollten Wolken dies verhindern, so besteht im Gegensatz zu anderen Systemen bereits 24 Stunden später die nächste Aufnahmemöglichkeit.

Für kommerzielle Kunden aus Landwirtschaft, Ernährungsindustrie, von Versicherungen, aber auch von Organisationen, die im Bereich Katastrophenhilfe tätig sind, werden die Datenprodukte von hohem Nutzen sein. Denn sie umfassen thematische Karten wie Bestimmung von Ernteschäden, Ernteplanung und- vorhersagen genauso wie digitale Höhenmodelle. Darüber hinaus sollen die Informationen staatlichen und internationalen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, etwa zur Kontrolle von Umweltvereinbarungen, zur Bereitstellung für humanitäre Einsätze und auch zur Erstellung einer europaweiten einheitlichen Datenbasis.

Neben der kommerziellen Nutzung ermöglicht das DLR durch diese Investition den deutschen Wissenschaftlern die kostenlose routinemäßige Nutzung von Fernerkundungsdaten in zahlreichen geowissenschaftlichen sowie umweltforschungsrelevanten Anwendungsfeldern. Hierzu zählen die Beobachtung des Vegetationszustandes, Indikatoren des "Umweltstresses" und die Folgen von Naturkatastrophen. Der zukünftige Sitz des Unternehmens wird nahe Berlin in Brandenburg an der Havel sein. Die Rapid Eye AG investiert insgesamt 150 Millionen Euro in das neue System, in die auch 37 Millionen Euro Zuwendung des Landes Brandenburg einfließen.

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