Erstmals investiert ein deutsches Privatunternehmen in großem Umfang in ein
Raumfahrtprojekt. Es wird dabei unterstützt durch das Deutsche Zentrum für Luft-
und Raumfahrt e.V. (DLR) und durch das Land Brandenburg. Das DLR hat mit der
Rapid Eye AG einen Kooperationsvertrag in öffentlich-privater Partnerschaft
geschlossen und sich mit seiner Investition von 14,7 Millionen Euro aus Mitteln
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die wissenschaftliche
Nutzung der Daten gesichert. In Brandenburg sollen 140 Arbeitsplätze im Bereich
Raumfahrt entstehen.
Nach Abschluss der Finanzierung des Rapid-Eye-Systems kann der Einstieg
in eine neue Qualität von Erderkundungs-Datenservices beginnen. Das
Satellitensystem Rapid Eye umfasst fünf Satelliten mit optischen Kameras,
die erstmals in der Lage sein werden, hohe Wiederholraten und damit eine hohe
Aktualität der Informationsprodukte zu gewährleisten. Es wird täglich von jedem
Punkt der Erde eine Aufnahme machen können. Sollten Wolken dies verhindern, so
besteht im Gegensatz zu anderen Systemen bereits 24 Stunden später die nächste
Aufnahmemöglichkeit.
Für kommerzielle Kunden aus Landwirtschaft, Ernährungsindustrie, von
Versicherungen, aber auch von Organisationen, die im Bereich Katastrophenhilfe
tätig sind, werden die Datenprodukte von hohem Nutzen sein. Denn sie umfassen
thematische Karten wie Bestimmung von Ernteschäden, Ernteplanung und-
vorhersagen genauso wie digitale Höhenmodelle. Darüber hinaus sollen die
Informationen staatlichen und internationalen Einrichtungen zur Verfügung
gestellt werden, etwa zur Kontrolle von Umweltvereinbarungen, zur Bereitstellung
für humanitäre Einsätze und auch zur Erstellung einer europaweiten einheitlichen
Datenbasis.
Neben der kommerziellen Nutzung ermöglicht das DLR durch diese Investition den
deutschen Wissenschaftlern die kostenlose routinemäßige Nutzung von
Fernerkundungsdaten in zahlreichen geowissenschaftlichen sowie
umweltforschungsrelevanten Anwendungsfeldern. Hierzu zählen die Beobachtung des
Vegetationszustandes, Indikatoren des "Umweltstresses" und die Folgen von
Naturkatastrophen. Der zukünftige Sitz des Unternehmens wird nahe Berlin in
Brandenburg an der Havel sein. Die Rapid Eye AG investiert insgesamt 150
Millionen Euro in das neue System, in die auch 37 Millionen Euro Zuwendung des
Landes Brandenburg einfließen.