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HOBBY-EBERLY-TELESKOP
Komet stürzt in jungen Stern
von Stefan Deiters
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20. April 2004

Die zweite Erde um einen fernen Stern entdecken - unmöglich mit der bisher verfügbaren Technologie. Trotzdem haben Astronomen nun mit dem Hobby-Eberly-Teleskop in Texas beobachten können, wie ein Komet einem jungen Stern zu nahe kommt und verdampft. Könnte dies ein Hinweis auf Gasriesen um die ferne Sonne sein?

LkHα 234

So stellt sich ein Künstler den Einfall eines Kometen auf den jungen Stern LkHα 234 vor. Bild: Tigran Ghulyan, Penn State University

LkHα 234

Die Position von LkHα 234 im Sternentstehungsgebietes NGC 7129. Foto: Lars Lindberg Christensen, ESA / Hubble

Die Forscher sind sich sicher: Sie glauben mit Hilfe des Hobby-Eberly-Teleskops des McDonald Observatory in Texas beobachtet zu haben, wie ein Komet von rund 100 Kilometern Durchmesser in einen jungen massereichen Stern fällt und verdampft. "Der Fund ist bedeutend, weil es sich hierbei um den jüngsten Stern handelt, bei dem je ein solches Ereignis beobachtet wurde", erläutert Jian Ge, Assistenzprofessor für Astronomie und Astrophysik an der Pennsylvania State University. Die Forscher beobachteten den Stern LkHα 234, der etwa sechs Mal massereicher als unsere Sonne ist und nur rund 100.000 Jahre alt sein dürfte. "Diese Entdeckung scheint darauf hinzudeuten, dass Sterne mit einem Alter von nur 100.000 Jahren feste Körper mit einem Durchmesser von über 100 Kilometern haben können", so Ge.

Der Hinweis auf dieses besondere Ereignis verdanken die Astronomen der Spektralanalyse des rund 3.200 Lichtjahre von der Erde entfernten Sterns: Im Oktober und November 2003 stellten die Wissenschaftler bei fünf Beobachtungen fest, dass das Licht des Sterns von Wasser- und Heliumwolken beeinflusst wird. "Das spektakuläre Erscheinen einer Absorptionslinie von neutralem Natrium während einer Beobachtung, die nicht mit den Wasserstoff- und Heliumlinien korreliert war, deutet auf ein kometenähnliches Objekt hin", erklärt Abhijit Chakraborty, der als Wissenschaftler an der Pennsylvania State University arbeitet. "Wir wissen wie heiß der Stern ist und in bis zu welcher Entfernung die neutralen Natriumatome überleben können. Daraus konnten wir errechnen wie groß das Objekt sein musste um dem Stern so nahe zu kommen bevor es verdampft."

"Das ist schon ein einzigartiges Ereignis" meint auch Eric Feigelson, Professor an der Pennsylvania State University, der sich auf das Studium junger Sterne spezialisiert hat. "Da passiert etwas innerhalb weniger Tage, das das Spektrum eines Sterns so dramatisch verändert, und das alles, während der Stern gerade beobachtet wird." Ein ähnliches Ereignis sei schon einmal beim Stern Beta Pictoris beobachtet worden, allerdings sei dieser Stern älter und weniger massereich als LkHα 234 und es hätte auch nicht solch dramatischen Auswirkungen im Spektrum gegeben, so Feigelson.

Die Beobachtungen geben den Wissenschaftlern neue Hinweise auf die Entstehungsgeschichte von Planetensystemen und die Zeitskalen, die bei der Entstehung von massereichen Sternen von Bedeutung sind. "Hauptgrund dafür, dass wir in unserem Sonnensystem Kometen beobachten können, ist die Tatsache, dass Brocken im äußeren Bereich des Sonnensystems manchmal von der Gravitationskraft des Jupiter abgelenkt werden und so in den inneren Bereich des Planetensystems gelangen", so Ge. "Dass wir nun auch Kometen um LkHα 234 sehen, könnte darauf hindeuten, dass es auch hier Riesenplaneten gibt."

Das Team um Ge beobachtet nun ähnliche Sterne, um herauszufinden wie häufig solche Objekte um junge massereiche Sonnen zu finden sind.    

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Ferne Welten - die astronews.com-Berichterstattung über die Suche nach extrasolaren Planeten
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